Mülheimer Festival "Stücke" : Das Drama der Finanzkrise
MÜLHEIM In diesen Zeiten muss man es leider ausdrücklich sagen: Die "Stücke", das bundesweit bedeutende Theaterfestival in Mülheim, werden zum Glück nicht weggespart und beginnen am 15. Mai mit einem Gastspiel des Burgtheaters Wien. Wenigstens etwas in einer Stadt, die allen Ernstes über die Schließung ihres gerade restaurierten Kunstmuseums debattiert.
Die "Kontrakte des Kaufmanns" kommen zu den 35. Mülheimer Theatertagen "Stücke". (Foto: David Baltzer/bildbuehne.de)
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600 000 Euro kostet das Festival. Davon übernehmen das Land NRW 220 000 Euro, der Bund 125 000 Euro, hinzu kommen Stiftungsgelder. So bleibt für die Stadt Mülheim ein Anteil von 250 000 Euro. "Die Zuschüsse würden wir verlieren, wenn wir das Festival streichen", sagte Mülheims Kulturdezernent Peter Vermeulen gestern.
Kein Festival ohne Jelinek
Da passt es gut, dass die Finanzkrise auch Thema in einem der sieben eingeladenen neuen Theaterstücke ist. "Es ist uns auch in diesem Jahr nicht gelungen, ein Festival ohne Elfriede Jelinek zu machen", sagte Wolfgang Kralicek vom Auswahlgremium. Jelinek hat das Drama zum Börsencrash geschrieben, es heißt "Die Kontrakte des Kaufmanns". Zur Eröffnung kommt aber Roland Schimmelpfennigs Stück "Der goldene
Die Stücke:
- Elfriede Jelinek: „Die Kontrakte des Kaufmanns“, Thalia Theater/Schauspiel Köln, Regie Nicolas Stemann.
- Dirk Laucke: „Für alle reicht es nicht“, Staatsschauspiel Dresden.
- Dea Loher: „Diebe“, Deutsches Theater Berlin, Regie A. Kriegenburg.
- Ewald Palmetshofer: „faust hat Hunger und verschluckt sich an einer grete“, Schauspielhaus Wien.
- Kathrin Röggla: „Die Beteiligten“, Düsseldorfer Schauspielhaus.
- Roland Schimmelpfennig: „Der goldene Drache“, Burgtheater Wien, Regie Schimmelpfennig selbst.
- Nils-Momme Stockmann: „Kein Schiff wird kommen“, Schauspiel Stuttgart.












