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Medienhaus Lensing
08.01.2010 05:56 Uhr
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Fantasyfilm: „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ mit Heath Ledger

Da sind sie wieder, die sprechenden Riesenköpfe in surrealen Fantasiawelten, die Terry Gilliam schon als Cartoonist der Komikertruppe Monty Python in deren Fernsehsketche eingeschleust hat. Was damals Animationsgebastel war, kommt heute aus dem Rechner, zu sehen in Gilliams neuem Film „Das Kabinett des Dr. Parnassus“. Von Kai-Uwe Brinkmann

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Heath Ledger - hier mit Lily Cole - in seiner letzten Rolle. (Foto: Concorde/ddp)

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Als Regisseur hat Gilliam ein Faible für das spleenig Fantastische, gelegentlich gehen ihm dabei die Gäule durch. Die bizarren Einfälle wuchern und überlagern am Ende gar die Geschichte. Daran krankt auch „Dr. Parnassus“, seinem Kern nach ein faustisches Märchen: Besagter Doktor (wie ein abgetakelter Dumbledore: Christopher Plummer) tingelt als Jahrmarktattraktion durch die Lande. Sein klapperiges Fuhrwerk verbirgt einen Zauberspiegel ins Wunderland.

Die Geschäfte laufen mies, aber Parnassus hat andere Sorgen: Als Preis der Unsterblichkeit hat er dem Teufel (mit Lust dabei: Tom Waits) seine Tochter versprochen. In drei Tagen, an ihrem 16. Geburtstag, wird der Preis fällig. Da findet Parnassus einen Erhängten (Heath Ledgers letzte Rolle), und der Satan bietet erneut einen Pakt an.

Der Plot klingt simpel, dennoch verheddert sich Gilliam in den Erzählsträngen, gibt Abzweigungen Raum, reißt Biografien an, türmt Schauwerte auf. Was will er erzählen? Die Figuren lassen uns kalt, es ist ein schwacher Trost, dass Jude Law, Johnny Depp und Colin Farrell szenenweise für Ledger eingesprungen sind. Schöne Optik, aber krause Story.


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