http://ad.de.doubleclick.net#oms.dorstener-zeitung.de#entertainment#dcopt=ist;#2080406261#728#90#2
http://ad.de.doubleclick.net#oms.dorstener-zeitung.de#entertainment##1631603279#120#600#3
Medienhaus Lensing
07.02.2012 19:47 Uhr
Schriftgröße: A A A

Sehnsuchtsprosa: Walter Kappachers neuer Roman

Berlin (dpa) Er ist einer, der nicht viel Aufhebens um sich macht. Walter Kappacher, Büchnerpreisträger des Jahres 2009, gilt als zurückhaltender Mann.Von Johannes von der Gathen, dpa

«
1/1
»

Walter Kappacher schickt den Protagonisten seines neuen Romans in die Wüste. Foto: Fredrik von Erichsen (Foto: dpa)

Dem 1938 in Salzburg geborenen Österreicher, der erst mit dem Toskana-Roman «Selina» (2005) eine größere Leserschaft fand, ist jeder Rummel fremd. «Über meinen Stil denke ich nicht nach. Ich versuche Sätze zu schreiben, die mir selber gefallen», sagte der Autor anlässlich der Preisverleihung vor zwei Jahren.

Kappachers Helden sind unauffällige Zeitgenossen, stille Zweifler und Grübler, die plötzlich innehalten in ihrem Alltagstrott und von einem ganz anderen Leben träumen. So wie Wessely, der Arzt aus Bad Gastein, Protagonist seines neuen Romans «Land der roten Steine». Der Mediziner, der in seiner Jugend mit einer literarischen Karriere geliebäugelt hatte, steht nun vor seiner Pensionierung und muss feststellen, dass es um ihn herum einsam wird.

Sein alter Vater ist gestorben, der gute Freund Hans und auch Elisabeth, die von ihm getrennt lebende Mutter seiner Tochter Hanne. Seine Schwester Anna lebt im Kloster. Wessely müsste aufbrechen in ein neues Leben, in Anlehnung an Dante nennt Kappacher den ersten Teil seines hellsichtigen Romans «Vita nuova». In immer neuen Anläufen umkreist der Autor sein Thema, wechselt die Erzählperspektiven und schildert mit großer Ernsthaftigkeit und in einer klaren, schnörkellosen Sprache eine Lebenskrise, die vielleicht auch eine Chance sein könnte.

«Eine namenlose Sehnsucht» hat Besitz von Wessely ergriffen, er bricht auf in den Südwesten der USA, tief hinein in den Canyonlands-Nationalpark. Dort fährt er mit Everett, seinem von den Navajos abstammenden Fremdenführer, im Jeep in das schwer zugängliche Gebiet «The Maze» (Das Labyrinth). Hier, in der menschenleeren Einöde, scheint der Held zu sich zu finden. An einem Tag bleibt er allein am Zeltplatz und imaginiert sich in die bizarr geformte, vor Millionen von Jahren entstandene Canyon-Landschaft hinein. Und erlebt ein großes Glücksgefühl. Beim Betrachten von uralten Zeichnungen hoch oben an einer Felswand spürt er die Spiritualität der Ureinwohner.

Eine zivilisationsmüde Melancholie zieht sich durch diesen kleinen Roman: An den fortschrittskritischen Filmessay «Koyaaanisqatsi» (1982) wird ebenso erinnert wie an die Aufzeichnungen des jungen amerikanischen Poeten, Malers und Aussteigers Everett Ruess, der 1934 in der Wüste Utahs verschollen blieb. Wessely ist fasziniert von dessen Schicksal. Das wäre das Größte auch für ihn: einfach losgehen und alles hinter sich lassen.

Aber natürlich ist Wessely in sein eigenes Leben verstrickt, die wenigen Tage im Nationalpark rücken bald nach seiner Rückkehr in weite Ferne. Den Ruhestand empfindet er als Last, der Winter naht: «Alles blieb beim Alten. Die Weichen wurden ja schon viel früher gestellt.» Aber doch steht am Ende dieses lebensklugen Romans keine Resignation, sondern die illusionslose Einsicht in die begrenzten Möglichkeiten unserer Existenz. Dieser Epilog hallt lange nach.

Walter Kappacher

Land der roten Steine

Hanser Verlag, München

158 S., Euro 17,90

ISBN 978-3-446-23861-9



Metronom Theater Oberhausen

1

Musical bietet Kreuzfahrt für die Seele mit Udo Jürgens

Udo Jürgens wurde in Stuttgart für das Musical "Ich war noch niemals in New York" ausgezeichnet.

OBERHAUSEN Mehr als drei Millionen Zuschauer hat das Udo-Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York" seit 2007 begeistert. Nun kommt das Erfolgsstück ins Ruhrgebiet: "Leinen los" heißt es ab März 2013 im Stage Metronom Theater in Oberhausen. mehr...

Opernstar weiter krank

2

Anna Netrebko sagt Salzburger Festspiele ab

Die russische Sopranistin Anna Netrebko 2011 bei den Salzburger Festspielen. Dieses Jahr kommt sie nicht: Sie ist krank.

SALZBURG/MÜNSTER Die erkrankte Anna Netrebko hat ihre Auftritte bei den Salzburger Pfingstfestspielen abgesagt. Nur wenige Tage später, am 2. Juni, soll sie open air in Münster vor dem Schloss singen. mehr...

"Lord of the Dance"

3

Feuer unter den Fersen

Tanzspektakel mit Blitz und Donner: »Lord of the Dance« in der Halle Münsterland.

MÜNSTER Bei "Lord of the Dance" knallten am Dienstag in der Halle Münsterland die Absätze. Die Tänzer erzählten eine keltische Geschichte von Himmel und Hölle mit Lärm und Licht und Feuer. mehr...

Kino: "Moonrise Kingdom"

4

Bruce Willis in einem Plädoyer für das Kindliche

Postkarte mit Darstellern: Da herrscht noch Harmonie im Camp. In Wes Andersons »Moonrise Kingdom« sind Stars wie Bruce Willis (r.), Bill Murray (3.v.l.) und Edward Norton (mit Hut) zu sehen, in der Mitte steht das Liebespaar.

Für Schrullig-Schräges hat Wes Anderson ("The Royal Tenenbaums") ein Händchen. In seinem neuen Film "Moonrise Kingdom" flüchtet ein zwölfjähriges Paar zu "Flitterwochen" in die Wildnis: Farce, Märchen, Groteske verschmelzen zu einer charmant spinnerten Komödie mit Herz. mehr...

Festival auf Schloss Cappenberg

5

Mirijam Contzen spielt kraftvoll und kompromisslos

Mirijam Contzen und Giovanni Guzzo brillierten bei Beethovens Streichquartett.

SELM Es ist bereits eine Art Familientreffen geworden. Zum siebten Mal kommen auf Schloss Cappenberg 24 Musikerinnen und Musiker zusammen, um eine gute Woche lang miteinander zu proben und in acht Konzerten bis Pfingstmontag gemeinsam Kammermusik zu präsentieren, wie sie nicht so häufig auf der Bühne zu erleben ist. Viele der Musiker sind treue Weggefährten und gute Freunde der musikalischen Festivalleiterin und Geigerin Mirijam Contzen. mehr...

Sehenswert

Theater in der Region

Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...

Rundgang

Ausstellungen in der Region

Von Malerei bis Fotografie: Ein Rundgang durch diese Ausstellungen lohnt sich. mehr...

Hörenswert

Konzerte in der Region

Egal ob Operette, Oper oder Philharmonie: Welche Konzerte sich wirklich lohnen. mehr...

Überblick
Willy Decker, der Intendant der Ruhrtriennale.

Ruhrtriennale 2012

Auf der Bühne, in Konzerten und Lesungen: Das ist bei der Ruhrtriennale los. mehr...

Wahrzeichen
Dortmunder "U"

Das Dortmunder U

Von der Brauerei zum Kulturzentrum. Das ist jetzt im Dortmunder U los. mehr...

Neuer Lesestoff
Beim Bücher-Schnäppchenmarkt lassen sich bestimmt ein paar "Glücksgriffe" finden.

Bücher

Einschlafhilfe oder lesenswert? Diese Schmöker sind druckfrisch im Regal. mehr...

Filmkritiken
Scrat aus "Ice Age 3" wirkt in 3D noch possierlicher.

Kino

Welcher Streifen lohnt sich wirklich? Das sind die Tops und Flops auf der Leinwand. mehr...

http://ad.de.doubleclick.net#oms.dorstener-zeitung.de#entertainment##1938718643#300#250#4
Kontakt | Impressum | AGB | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
RuhrNachrichten.de | MuensterscheZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | EmsdettenerVolkszeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de