Hamsuns Liebesbriefe werden veröffentlicht
Oslo (dpa) Vor über 100 Jahren verband den norwegischen Dichter Knut Hamsun eine stürmische Liebesgeschichte mit Julie Amanda Lous. Nun sind die Briefe, die der Träger des Literaturnobelpreises von 1920 verfasste, von der Nationalbibliothek in Oslo der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.
Knut Hamsun galt bis zuletzt als unverbesserlicher Hitler-Anhänger.
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Kulturministerin Anniken Huitfeldt brach die Siegel an einem Briefpäckchen, und mehrere Hamsun-Experten versicherten schnell, dass der Dichter die Briefe in den Jahren 1891 und 1892 schrieb.
Seinen Durchbruch als Autor erlebte Hamsun 1890, als er den Roman «Hunger» veröffentlichte, der oft als der erste moderne Roman in Norwegen überhaupt angesehen wird. Lous, eine Klavierlehrerin aus Kristiansund, starb 1963. Sie hatte niemals geheiratet. Ihr Neffe übergab das Briefpäckchen 1960 der Nationalbibliothek mit der Auflage, dass die Briefe 50 Jahre lang versiegelt bleiben müssten. Hamsun beendete die Liaison mit Lous, die er zärtlich Lulli nannte, im April 1892. Das Päckchen enthält auch Lous' eigene Kommentare.
«Wir wissen eine ganze Menge über Hamsuns Beziehungen zu Lulli (Lous), aber es ist doch interessant, ihre eigene Sicht der Verbindung zu erfahren», sagte Hamsuns Biograph Ingar Sletten Kolloen der Internet-Version der Zeitung «Aftenposten».
Im vergangen Jahr war in Norwegen der 150. Jahrestag von Hamsuns Geburtstag begangen worden. Der Dichter starb 1952. Die Sympathie des Autors für Nazi-Deutschland hatte vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Wehrmacht Norwegen besetzt hatte, zu kontroversen Diskussionen geführt.











