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Medienhaus Lensing
15.02.2012 19:11 Uhr
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Iran feiert Nukleartechnik - Verwirrung um Ölexporte

Teheran/Brüssel (dpa) Ungeachtet aller Warnungen treibt der Iran sein Atomprogramm voran. In einer vom Staatsfernsehen übertragenen Feierstunde erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch, drei neue Atomprojekte seien erfolgreich abgeschlossen worden.

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Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad laviert zwischen Drohgebärden und Gesprächsbereitschaft. Foto: Abedin Taherkenareh/Archiv (Foto: dpa)

Gleichzeitig signalisierte die Führung des islamischen Landes in einem in Brüssel eingetroffenen Schreiben ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Atomstreit. Der Konflikt hatte sich jüngst zugespitzt. Zuletzt war spekuliert worden, Israel könnte bei einer weiteren Eskalation iranische Atomanlagen bombardieren.

Für Verwirrung sorgten am Mittwoch Berichte iranischer Medien über einen angeblichen Stopp der Erdölexporte in sechs EU-Staaten. Zuvor waren die Botschafter von sechs EU- Mitgliedsländern ohne nähere Angaben von Gründen in das iranische Außenministerium zitiert worden. Am Nachmittag kam dann das Dementi des Erdölministeriums: «Es ist unklar, woher diese Berichte stammen, aber es gab keine Entscheidung, weder vom Ministerium noch von der Regierung, die Erdölexporte in die EU zu stoppen», sagte Generaldirektor Mohsen Kamsari der Nachrichtenagentur Isna.

Per Videoübertragung schaltete Ahmadinedschad eine Anlage zur Urananreicherung in Natans frei, wie der Sender Irib berichtete. In der mitteliranischen Einrichtung soll Uran auf 20 Prozent angereichert werden. Außerdem sollen dort künftig neuartige Zentrifugen dreimal so schnell wie ältere Modelle arbeiten. Erstmals wurden im Iran hergestellte Brennstäbe in einem medizinischen Forschungsreaktor in Teheran installiert, wie es weiter hieß.

«Dies ist ein weiterer großer Schritt in der iranischen Nukleartechnologie», sagte Ahmadinedschad bei der Feierstunde am Sitz der iranischen Atomorganisation in Teheran. Dieser Weg werde entschlossen fortgesetzt, alle Drohungen des Westens würden ignoriert. «Der Westen will uns gegenüber seinen Willen durchsetzen und erwartet von uns, dass wir blind unterzeichnen, was er will, aber das wird niemals geschehen.»

Gleichzeitig traf in Brüssel eine schriftliche Antwort des Irans auf das Angebot der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton zu Verhandlungen über das umstrittene Atomprogramm ein. «Der Iran will einen grundlegenden Schritt Richtung dauerhafter Zusammenarbeit und Gespräche nehmen», zitierte der iranische Staatssender Irib aus dem Schreiben des Chefunterhändlers Said Dschalili. Dschalili habe eine Bemerkung Ashtons begrüßt, wonach der Iran ein Recht auf friedliche Nützung der Kernenergie habe.

Ahmadinedschad sagte, die Zahl der Zentrifugen in Natans sei von 6000 auf 9000 erhöht worden. Ziel dieser «nuklearen Errungenschaften» sei die zivile Nutzung; der Iran arbeite nicht an einem geheimen Waffenprogramm.

Zu einer weiteren Atomanlage in Fordo rund 160 Kilometer südlich von Teheran machte er keine Angaben. Viele hatten erwartet, dass Ahmadinedschad auch die Eröffnung dieser unterirdischen Anlage verkünden werde. Fordo war lange geheim gehalten worden und sollte in diesem Februar den Betrieb aufnehmen. Dort soll ebenfalls Uran bis auf 20 Prozent angereichert werden. Das reicht nicht zum Bau von Atomwaffen aus.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte Teheran zum sofortigen Stopp der Uran-Anreicherung und zu einer engen Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf. Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sprach von «beunruhigenden» Signalen. Zwar gebe es weiter keine eindeutigen Beweise dafür, dass Teheran Atomwaffen bauen wolle, sagte Rjabkow. Der Iran komme den technischen Möglichkeiten dafür aber immer näher.

Der Westen verdächtigt die iranische Führung, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie ein Programm zum Bau von Kernwaffen zu betreiben - und hat deshalb umfangreiche Sanktionen gegen das Land verhängt. Der Iran bestreitet Atomwaffenprojekte.



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