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Lübeck (dpa) Die sogenannte häusliche Isolation von Patienten mit Schweinegrippe ist nach Ansicht des Lübecker Hygiene-Experten Werner Solbach ausreichend. Das Krankheitsbild ähnele in vielen Fällen einer normalen Erkältung.
Ein Mundschutz ist laut Experten das beste Mittel, andere vor Ansteckung durch Husten und Niesen zu schützen.
Das sagte der Direktor des Hygieneinstituts der Lübecker Uniklinik der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Erkrankte solle daher den Kontakt zu anderen Menschen meiden, Partner oder Kinder könnten aber weiter ganz normal leben. Niemand müsse Angst haben, nur weil es in der Nachbarwohnung einen Grippepatienten gebe, sagte Solbach.
«Kern der häuslichen Isolation ist, dass der Kranke soweit wie möglich Kontakt mit anderen Menschen vermeidet. Er soll sieben Tage lang weder zur Arbeit noch zum Einkaufen gehen und auch keine Besuche empfangen», erklärte Solbach. «Wer allein lebt und Lebensmittel einkaufen muss, sollte die Randzeiten wählen, in denen wenig Menschen in den Geschäften sind, und einen Mundschutz tragen.»
Ein Mundschutz sei das beste Mittel, andere vor Ansteckung durch Husten und Niesen zu schützen. Menschen, die mit dem Patienten im gleichen Haushalt leben, sollten etwas «auf Abstand» gehen und sich häufig die Hände waschen, riet Solbach. «Aber letztlich wird es sich kaum vermeiden lassen, dass sich die Familie ansteckt.»
Der Leiter des Lübecker Gesundheitsamts, Michael Hamschmidt, empfahl, dass Grippepatienten möglichst in einem eigenen Raum essen und schlafen sollten. Dies gelte besonders, wenn Kleinkinder oder alte Menschen im Haushalt lebten. Außerdem sollten Gegenstände wie Türklinken oder Telefonhörer, die häufig angefasst werden, regelmäßig gründlich gereinigt werden. Obwohl gesunde Kontaktpersonen durchaus zur Arbeit oder in den Kindergarten gehen dürften, sollten sie eine Woche lang zweimal täglich Fieber messen und bei den geringsten Grippesymptomen sofort zum Arzt gehen.
Weitere Hygienevorschriften - wie zum Beispiel das getrennte Waschen der Wäsche oder eine Desinfektion der Wohnung - seien nicht nötig, sagte Solbach. «Das ist bei bakteriellen Infektionen sinnvoll, aber hier geht es um eine Virusinfektion - und Viren überleben an der Luft nur wenige Stunden.»
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