Kabarettist in Schermbeck: Uli Masuth ist ein Meister des Wortes
SCHERMBECK Auf lautstarke Lacher im Publikum hatte Uli Masuth von Beginn an nicht gesetzt. Es freute ihn Sonntagnachmittag in der ehemaligen reformierten Kirche mächtig, wenn die 30 Zuhörer herzlich über seine fein gesetzten Pointen lachten.
Ob Geschlechterkampf oder Fehlentwicklungen einer facettenreichen Gesellschaft: Kabarettist Uli Masuth verstand es prächtig, als Meister des Wortes das Publikum mit seinen bald feinsinnigen, bald scharfzüngigen Analysen zu erfreuen. (Foto: Helmut Scheffler)
Vom Patriarchat zum Matriarchat
Auf dem Wege vom Patriarchat eines Bundeskanzlers Kohl über das „Testosteronat“ des Kanzlers Schröder bis hin zu Angela Merkels Matriarchat hätte sich ein schleichender Prozess der Verweiblichung der Gesellschaft ergeben, der die Existenz des Männlichen überflüssig mache. Ein bisschen Trauer klang in seinen sonst eher lässig und mit angenehmem Tonfall dahergesagten Bemerkungen durch, wenn er an Zeiten erinnerte, in denen man die neue Geliebte noch im Speise-Restaurant verwöhnen konnte, ohne sich als Schürzen tragender Selbstkocher präsentieren zu müssen.
Aussteigen ist die einzige Alternative. Für wen den Platz frei machen? Klar, für Frau Masuth als Nachfolgerin, die ohnedies immer alles besser wusste, jede Pointe zu beanstanden hatte. Die ständige Einmischung, da kann man als Kabarettist nur noch darüber nachdenken, was anders wäre, wenn Adam und die Schlange Eva im Paradies Chinesen wesen wären. „Dann“, folgerte Masuth keck daher, „hätte Adam die Eva gefressen, und alles wäre erledigt gewesen.“ Und schon schwappte das Lachen im Kirchlein wieder zur Männerseite.
Facettenreiche Gesellschaft
Noch mehr schien er indessen die facettenreiche Gesellschaft zu kennen, deren Fehlentwicklungen er unverblümt und eloquent sensibel karikierte. Da bekam jeder sein Fett ab, der schwadronierende Politiker, der „großartige Kollege“ Edmund Stoiber, Models, die sich zu Star-Heuschrecken herunterhungern, die männliche Jugend, die sich zu Hauptschülern entwickelt, die Bundesbahn, die planmäßige Verspätungen und Stromausfälle im Speisewagen als Kundenextras zu bieten hat, und Angela Merkel als längst verwandelte einstige „Mutter Teresa des Klimaschutzes“.








