Raefelder Rosenmontagszug: Die rollende Party-Meile
RAESFELD Von wegen Westfalen, Raesfeld liegt im Rheinland! Zumindest der ausgelassenen Stimmung beim Rosenmontagszug nach zu urteilen, beim dem tausende Narren kräftig feierten.
Tausende von Besuchern säumten den Zugweg des Raesfelder Rosenmontagszuges. Das Motto lautete in diesem Jahr: "Wir Narren kriegen nie genug, vom Raesfelder Rosenmontagszug!" (Foto: Rüdiger Eggert)
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Fotostrecke Rosenmontagszug in Raesfeld
Denn im Westmünsterland ist der Karneval seit Jahrzehnten genauso beheimatet wie in den rheinischen Metropolen. Das fing bereits um 12 Uhr mit dem Rathaussturm an.
„Noch ist Raesfeld nicht verloren“, mögen die Polen gedacht haben, als die Narrenregimenter die Verwaltungshochburg eroberten. Denn die „Festnahme“ des Bürgermeisters durch Hauptmann Klaus Witzisk und seine Köpenicker ließ auf sich warten.
Hochgeistige Bestechung
Zwar hatte sich Andreas Grotendorst diesmal nicht versteckt. Aber stattdessen bot er den Narren in seinem Dienstzimmer hochgeistige Getränke an: „Wenn wir bestechen, dann bestechen wir auch richtig!“
Letztlich konnte Grotendorst jedoch seinem Schicksal nicht entgehen. Damit war der Weg frei für den närrischen Lindwurm aus 41 Wagen, Kapellen und Fußgruppen, die sich pünktlich um 13:11 Uhr in Bewegung setzten.
Fantasievolle Kostüme
Fast eine Stunde lang rollte das bunte Spektakel an Tausenden von Zuschauern vorbei, die Raesfelds Straßen säumten und von denen sich viele selbst fantasievoll kostümiert hatten.
Und die bewiesen, dass das diesjährige Motto seine Berechtigung hatte: „Wir Narren kriegen nie genug vom Raesfelder Rosenmontagszug.“
Tonnenweise Kamelle
Nicht genug bekommen konnten besonders die Nachwuchsjecken auch von den Kamellen und Süßigkeiten, die in großer Zahl von den Wagen flogen. Besonders freigiebig zeigte sich das Kinderprinzenpaar Timon I. und Lisa I., übertroffen nur von den erwachsenen Majestäten Herbert I und Ruth II.
Zwischen den Prinzenwagen am Anfang und Ende des Zuges fielen einige Dinge auf:
- Die Zahl der holländischen Teilnehmer wächst von Mal zu Mal. Und was die Wagen aus den Niederlanden an aktuellen Bezügen vermissen lassen, machen sie durch Farbenfreude und bunte Figuren-Vielfalt wett. Außerdem können wir jetzt eine musikalische Frage beantworten: Lebt denn der alte Holzmichel noch? Ja, er lebt noch! Als holländischer Schlager!
- Immer mehr junge Leute bevölkern den Zug. Ob die Westlohn-Wikinger, die KLJB Erle/Rhade als „Fluch der Karibik“ oder die „3 KC‘s“ mit ihrem Kornkreis, deren Superhelden offenbar auch Superkräfte besaßen und den Wagen zur Hüpfburg machten – alle waren mit Freude dabei.
- Das liegt auch an der Musik. Der klassische Karnevalsschlager ist auf dem Rückzug, der Disco-Bass triumphiert. Der moderne Zug ist eine rollende Party-Meile.













