Stefanie Trockel liebt ihren Beruf: Schäferin aus Leidenschaft
KIRCHHELLEN Die hellblauen Augen und die Liebe zu den Schafen hat sie vom Vater geerbt. Schäfermeisterin Stefanie Trockel trauert auch heute noch um ihren Vater Heinz-Peter, der im November letzten Jahres plötzlich verstarb.
Artikel aus diesem Ressort
Viel Idealismus
Während sich die Großväter noch mit viel Schäfer-Konkurrenz herumschlugen, ist es heute für Stefanie Trockel der Bürokratie-Wust, gegen den sie kämpft. Sie ist die einzige Wanderschäferin im Umkreis. Bereut hat die 40-Jährige ihre Entscheidung nicht. „Es gehört schon viel Idealismus dazu“, meint Trockel, „ich lebe heute hauptsächlich von Subventionen der Landschaftspflege.“ Auch Lammfleisch verkauft die Schäferin. Mit Wolle lässt sich aber kaum noch Geld verdienen. „Zum Glück werde ich schon seit einigen Jahren von Schäfermeister Maik Dünow bei der Pflege der Schafe unterstützt.“ So ist Stefanie Trockel auch in der Lage, die Verbandsarbeit des Vaters fortzuführen. In den letzten Tagen stand sie mit ihrer Herde von 400 Merino- und Schwarzkopfschafen in der Nähe des Rotthoffs Hof in Ekel. Von dort zog sie am Dienstag zunächst in die Kirchheller Heide. Von dort wird die Herde bis Ostern ins Gebiet des Schermbecker Lühlerheims weiterziehen.
Lämmerzeit
Bei den niedrigen Temperaturen der letzten Tage und Wochen zieht selbst die hart gesottene Schäfermeisterin das warme Bett in Friedrichsfeld bei Wesel den Nächten im Freien bei den Tieren vor. Auch wenn diese sonst bei ihr an erster Stelle stehen.
Zu den schönen Momenten zählt für die Schäferin die Lämmerzeit. „Es ist immer wieder schön, wenn Lämmer über die Wiese springen“, erzählt sie. Auch wenn Kinder kommen und sich für ihre Schafe interessieren, freut sie sich. Noch bis Mitte April zieht die Wanderschäferin umher. Auf Rettich, Raps oder Grasfeldern „arbeiten“ ihre Schafe dann als natürliche Mähdrescher. Im Winter zieht die Herde zur Landschaftspflege vom Deich am Rhein, über Schermbeck, Hünxe bis Kirchhellen, im Sommer sind Duisburg Walsum, Voerde-Götterswickerhamm und Bottrop die favorisierten Anlaufpunkte. Einsam fühlt sich Stefanie Trockel nicht, wenn sie ihre Herde auf den Feldern hütet: „Ich habe ja Lexa, meine vierjährige Mischlingshündin und natürlich die Schafe.“










