Offener Ganztagsbetrieb (OGS): Vereine haben mit Problemen zu kämpfen
HALTERN Der Nachmittagsunterricht für die Offene Ganztagsschule (OGS) liegt vielen Halterner Vereinen schwer im Magen. So zum Beispiel beim HSC Sythen.
OGS ist gut und schön, bereitet den Sportvereinen und anderen Institutionen aber Kopfzerbrechen.
Ärgerlich sei auch das Verlegen von Stunden, damit Übungsleiter, die noch die Schulbank drücken, das Training zeitlich schultern können, zumal die Personaldecke wegen Krankheit und Urlaub stark angespannt sei.
OGS gefährdet die Vereine
Gleiches bedauert Marlies Breuer vom ATV Haltern: „Die OGS ist gefährdend für die Vereine“, sagt sie, „wir müssen uns als Betreuer jetzt noch stärker engagieren, um den Nachwuchs zu halten.“ Nicht nur bei den Trainern, bei denen eine Helferin, die kurz vor dem Abitur steht, jetzt aufhören musste. „Ich sehe auch viele Kinder, die einfach nur gammeln, weil ihnen alles zu viel wird“, bedauert Breuer.
Übermittagbetreuung für die Kleinen
Das fange sogar schon im Kindergarten an, weil auch hier die Übermittag-Betreuung für Vier- bis Sechsjährige längst Standard sei. Selbst die Katholische Kirche reiht sich in den Tenor ein. „Zeitlich ist alles deutlich kompakter geworden“, sagt Pfarrer Martin Ahls, „bei der Kommunionvorbereitung sind kaum noch Termine am frühen Nachmittag.“
Zum Abend alles ausgebucht
Die Pfarrheim-Belegzahlen zeigten unübersehbar, dass zum Abend hin alles ausgebucht ist. Auch die Gruppenstunden nach der Kommunion sind rarer besetzt. „Wenn wir früher in Grundschulen Werbung gemacht und Elternabende abgehalten haben, kamen anschließend 30 Kinder zu uns“, sagt die 1. Vorsitzende Tessa Gerschner, „heute sind es 14.“
Musikschule spürt keine Auswirkungen
Zudem muss das Gruppentreffen nach dem Sommerferien nach hinten verlegt werden, zwei Abmeldungen hat es auch bereits gegeben. Einzig die Musikschule spürt nach Aussagen der Stadt Haltern keine Auswirkungen. Rückläufer werden hier allenfalls am JeKi-Konkurrenzprogramm festgemacht. Und im Trigon sieht Peter Dornbach die Sache positiv: „Wenn die Kinder später zu uns kommen, haben sie oft ihre Hausaufgaben fertig und den Kopf frei.“


















