Kinderhospizdienst: Begleitung bis zum Tod
HALTERN Wenn Kerstin Gerkens Töchter sich lautstark streiten, ist sie oft nicht völlig entnervt, sondern dankbar, dass sie dazu in der Lage sind. Dass es einigen Kindern gesundheitlich deutlich schlechter geht, sieht die Halternerin bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit für den Ambulanten Kinderhospizdienst des Kreises Recklinghausen.
Kerstin Gerken (l.) und Barbara Drees engagieren sich ehrenamtlich für den ambulanten Kinderhospizdienst des Kreises Recklinghausen. (Foto: Iris Woitschell)
Tabuthema
Dem kranken Kind singen oder lesen die Ehrenamtlichen vor, massieren es, gehen mit ihm spazieren. „Wir begleiten auch die Eltern und Geschwister“, so Drees. Eine plötzliche, lebensverkürzende Erkrankung könne jeden treffen, dennoch sei der Tod von Kindern ein Tabuthema.
Akute Gefahr
Dass es jederzeit akut werden kann, haben die beiden Halternerinnen im vergangenen Jahr erfahren: Das Mädchen, das sie begleiten, lag zwei Monate stationär im Koma. Barbara Drees räumt ein: „Das lässt einen nicht kalt.“ Seine Gefühle könne man nicht abstellen. Drees und Gerkens sind darauf vorbereitet, dass das Mädchen stirbt.
Bis dahin versuchen sie, ihm ein schönes Leben zu schenken. Die Begleitung der Familie endet nicht mit dem Tod der Tochter. Gerkens: „Wir sind so lange für sie da, wie sie uns brauchen.“


















