Limbecker Straße/Westricher Straße: Stolpersteine erinnern an Verbrechen gegen Juden in Lütgendortmund
LÜTGENDORTMUND Zwei neue "Stolpersteine" halten das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus aufrecht. An der Westricher Straße und an der Limbecker werden kleine Pflastersteine zur Mahnung. Sie erzählen vom fatalen Schicksal zweier jüdischer Familien.
Ab 1926 befand sich das Schuhgeschäft Geschäft in der zweiten Etage über dem Konsum an der heutigen Lütgendortmunder Straße 134. (Foto: Lütgen-Archiv)
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Eingesetzt wird er an der Westricher Straße, direkt gegenüber vom Eingang der Polizeiwache. Denn dort ging es seit 1926 ins Schuhgeschäft Bernstein, das über dem Ladenlokal lag, in dem heute der Pflegedienst Vitalis untergebracht ist. Zuvor war das Schuhgeschäft an der Wilhelmstraße (später Lütgendortmunder Straße), genau dort, wo heute die Polizeiwache steht.
Geschäfte wechseln ihren Besitzer
Gertrud Bernstein wurde 1888 in Berlin-Spandau geboren. Wann genau sie nach Lütgendortmund kam, ist nicht bekannt. Ihr vier Jahre älterere Mann Nathan starb bereits 46-jährig im Jahr 1930. Sein Grabstein findet sich auf dem jüdischen Friedhof Lütgendortmund. Sein Geschäft wurde zunächst von einem Herrn Meuthen (Vorname unbekannt) übernommen, später von der Firma Jüssen. Es zog dann als Schuhaus Jüssen an die Limbecker Straße.
Die traurige Geschichte von Berta Blümchen
Berta Blümchen kam 1863 in Lütgendortmund zur Welt. Sie war die Tochter von Levi Dannebaum, der 1871 als Metzger ein Haus im Ort erwarb. Ihr Mann Moritz starb 1934 in Lütgendortmund. Berta Blümchen Hoffmanns Todestag ist nicht genau bekannt. Sie starb entweder am 16. oder 26. Dezember 1942.
Auch das Hutgeschäft Hoffmann wurde im Zuge der so genannten Arisierung weitergeführt. Der spätere Besitzer hieß Krachten. Anfang der 1950er-Jahre wurde das Geschäft dann in eine Gaststätte umgewandelt.
Insgesamt werden am Donnerstag in Dortmund 29 Stolpersteine aus Messing verlegt. Bei 28 davon erinnert die Inschrift an jüdische Mitbürger, ein Stolperstein erinnert an eine Homosexuellen, der anstelle des Judensterns einen rosa Winkel tragen musste. Auch er wurde im KZ Sachsenhausen ermordet. In Lütgendortmund wird der Erste um 9.20 Uhr von Künstler Gunter Demnig an der Limbecker Straße 32 gesetzt, der Zweite folgt um 9.45 Uhr an der Westricher Straße. Außerdem werden noch drei Stolpersteine am Dorstfelder Hellweg 66 verlegt. Beginn: 10 Uhr.













