Central-Kino: Duo musiziert zu Stummfilmen
DORSTEN Eine Stummfilm-Reihe im Central-Kino mit dem Duo „Interzone perceptible“ startet am 15. September: „Nosferatu“ steht auf dem Programm, natürlich in der Original-Version von Friedrich Wilhelm Murnau von 1922.
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Schwierig, in Worte zu fassen
„Es ist schwierig, unsere Musik in Worte zu fassen“, erklärt Sven Herrmann. Von E-Musik-Fans bis hin zu Freunden des Hard-Rocks reicht die Bandbreite derjenigen, die regelmäßig ins Essener Kino „Eulenspiegel“ pilgern, um die intensiven Auftritte des Duos mitzuerleben. Seit sechs Jahren spielen die beiden Musiker dort einmal im Monat, zu Film-Klassikern von Fritz Lang („Metropolis“), Luis Bunuel („Un chien andalou“) und Jean Epstein („Der Untergang des Hauses Usher“).
Mit so großem Erfolg, „dass wir Anfang des Jahres nach Satelliten-Aufführungsorten gesucht haben“, sagt Sven Herrmann, der in Kirchhellen wohnt. In Düsseldorf haben die Musiker ein schönes Kino gefunden und jetzt das „Central“ an der Borkener Straße. „Fantastisch geeignet“, sei der Dorstener Saal, schwärmen Sven Herrmann und Matthias Hettmer. Alle fünf bis sechs Wochen möchte das Mini-Ensemble, das 2000 unter dem Namen „Interzone perceptible“ (abgekürzt: IP) gegründet worden ist, nach den Sommerferien in Dorsten gastieren.
Musikalische Symbiose
Der Musikstil des IP-Ensembles lässt sich irgendwo im Spiel- und Spannungsfeld zwischen E-Musik, Industrial und Noise verorten. „Es ist eine Symbiose aus akustischen und elektronischen Elementen“, erläutert Sven Herrmann. Das Akkordeon wird mikrophoniert und live-elektronisch manipuliert. „So können wir kammermusikalische wie auch großorchestralen Klänge erzeugen.“
Die Musiker, die sich an der Folkwang-Hochschule Essen kennen gelernt haben, sind diplomierte Instrumentalisten und Komponisten und haben deshalb auch für die Stummfilmreihe gemeinsam eigene Werke geschrieben. Sie spielen bei den Stummfilmkonzerten übrigens mit den Rücken zum Publikum, unauffällig platziert, den Blick auf die Leinwand gerichtet. Denn bei aller Energie, die das Duo-IP in seine Musik packt, ist für Sven Herrmann und Matthias Hettmer klar: „Das filmische Werk steht natürlich im Mittelpunkt des Geschehens.“
Nach Nosferatu folgen „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (Robert Wiene, 1920) am 25. November und „Vampyr“ von Carl Theodor Dreyer (1931/32).


















