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Nürnberg (dpa) Bio wächst und wächst: Im vergangenen Jahr hat die Branche in Deutschland erstmals mehr als sieben Milliarden Euro erlöst. Vor allem frische Lebensmittel trieben den Umsatz nach oben. Die heimischen Öko-Bauern kommen mit der Produktion nicht mehr nach.
Pflaumenketchup, Rohkostkekse und Getreidebrei: Die Bio-Branche lockt ihre Kunden mit ausgefallenen Neuheiten und bewährten Klassikern und hat damit in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals die Umsatzmarke von sieben Milliarden Euro geknackt. Die Erlöse stiegen 2012 um sechs Prozent auf 7,04 Milliarden Euro, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vor Beginn der weltweit größten Öko-Messe Biofach (13. bis 16. Februar) in Nürnberg mitteilte. Damit erhöhte sich der Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt in Deutschland um 0,2 Punkte auf 3,9 Prozent.
Allerdings gebe es auch einen Wermutstropfen, betonte BÖLW-Geschäftsführer Alexander Gerber: Die hiesigen Bauern kämen der gestiegenen Nachfrage bei weitem nicht hinterher, dem Marktwachstum stehe erneut eine schwächere Entwicklung bei den Bio-Betrieben und -Flächen gegenüber. Denn die ökologisch bewirtschaftete Fläche habe 2012 nur um 2,7 Prozent auf 1,04 Millionen Hektar zugelegt, die Zahl der Bio-Betriebe sei um 2,6 Prozent auf 23 100 gewachsen - das sind acht Prozent aller Bauern in Deutschland.
«Konkurrenz um Pachtflächen, eine unverhältnismäßige Förderung von Biogas, keine verlässlichen Aussagen zur Ökolandbau-Förderpolitik und das hohe Preisniveau für konventionelle Rohwaren im Jahr 2012 stehen einer Ausweitung des Ökolandbaus weiter im Weg», kommentierte der BÖLW-Vorstandsvorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein. Er forderte die Bundesregierung auf, von den Möglichkeiten der EU-Agrarreform Gebrauch zu machen und einen Teil der Subventionen verstärkt in Umweltmaßnahmen und den Ausbau des Ökolandbaus zu stecken.
«Die Nachfrage des Verbrauchers ist nach wie vor da - insbesondere dort, wo der Fachhandel in der Fläche wächst oder der Lebensmitteleinzelhandel sein Sortiment erweitert», betonte Gerber. Er rechne deshalb für das nächste Jahr mit einem weiteren Marktzuwachs in ähnlicher Größenordnung.
Das steigende Interesse bestätigte auch die Geschäftsführerin des Bundesverbands Naturkost Naturwaren, Elke Röder. Die knapp 2400 Bio-Läden in Deutschland hätten ihren Umsatz im vergangenen Jahr sogar stärker gesteigert als der Markt: Die Erlöse legten um rund sieben Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu. Etwa die Hälfte davon entfiel auf ein Mengen-, die andere auf ein Preiswachstum.
31 Prozent des Bio-Umsatzes in Deutschland wird in den Fachgeschäften erzielt; sie profitierten 2012 besonders von der hohen Nachfrage nach frischen Produkten wie Obst und Gemüse, Molkereiwaren sowie Fleisch und Wurst. Normale Supermärkte haben am Gesamtmarkt einen Anteil von 50 Prozent; der Rest wird in Hofläden oder beispielsweise in Metzgereien und Bäckereien erlöst.
Deutschland ist nach den USA und vor Frankreich der zweitgrößte Markt für Bio-Waren weltweit.
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