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Medienhaus Lensing
19.11.2009 18:51 Uhr
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Interview mit Ironman-Weltmeister: Motivation muss von innen kommen

In seinen Beinen spürt er nichts. Dafür hat Hannes Köppen ein unvergleichlich gutes Gefühl für die unbändige Kraft in seinem Kopf und seinem Körper. Im Interview spricht der querschnittsgelähmte Ironman-Weltmeister von Hawaii über Motivation, seinen Willen und sich selbst als „geduldigen Jäger“.Von Jürgen Koers

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Hannes Köppen 

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Haben Sie einen besonders eisernen Willen?

Köppen: Ich bin ein schwacher Mensch, wie die meisten anderen auch. Nur bin ich vielleicht entschlossener als andere, wenn ich mir über meine Ziele im Klaren bin.

Was bedeutet denn für Sie Motivation?

Köppen: Die höchste Motivation finde ich häufig im privaten Bereich. Bei Vereinen etwa, wo sich Menschen ohne finanziellen Ausgleich engagieren. Und im Sport, wo sich Athleten zu Höchstleistungen antreiben. Mich hat gepackt, wie Julie Moss beim Ironman 1982 buchstäblich über die Ziellinie gekrochen ist. Da wollte ich teilhaben an diesem Ritual.

Wie motivieren Sie sich?

Köppen: Für mich spielt die Identifizierung mit den Zielen eine große Rolle. Da ist Sport nur ein Beispiel, das gilt doch auch für alle Lebensbereiche. Wer in sich hineinhorcht und sich ein Ziel setzt, ist hoch motiviert, dieses auch zu erreichen. Allgemein ist zu beobachten, dass soziale Komponenten wie Anerkennung, Einfluss, Erfolg offensichtlich wichtig sind.

Erfolg ist also wichtig. Auch für Sie?

Köppen: Wir möchten doch alle gerne unsere Position innerhalb der Gruppe kennen. Wir wollen uns vergleichen. Das ist archetypisch veranlagt. Bei uns im Ruhrgebiet war im Bergbau der Kumpel, der die größte Arbeitsleistung gebracht hat, immer von allen anerkannt.

Wie gehen Sie so ein großes Ziel wie einen Ironman in sengender Hitze an?

Köppen: Es ist wichtig zu wissen, dass die Ziele, die ich mir setze, meine eigenen Ziele sind. Will ich selber das wirklich? Wenn ja, kann ich anfangen. So war das bei mir. Druck von Außen bewirkt jedoch manchmal das Gegenteil. Wenn jemand gesagt bekommt, er sei deutlich zu dick und solle sich nun mal bitteschön etwas mehr bewegen, ist das nicht sonderlich motivierend.

Sie haben beim Vorhaben Ironman offenbar „Ja“ gesagt. Haben Sie sich beim Training vorgestellt, ins Ziel zu kommen?

Köppen: Die Motivation beginnt deutlich früher. Ich musste zunächst aus dem großen Problem „Ironman“ viele kleine Häppchen machen. Als die ersten kleineren Wettkämpfe gelangen, war das schon ein Erfolg. Das hat mich weiter angespornt.

Mit kleinen Schritte zum großen Ziel?

Köppen: Genau. Ein anderes persönliches Beispiel: Nach der Hauptschule habe ich bei der Bahn gearbeitet. Dann war mir klar, dass ich das nicht machen möchte, bis ich 60 bin. Also habe ich die Abendrealschule besucht. Das Abitur nachgemacht. Ein Studium begonnen und abgeschlossen. Und schließlich promoviert. Hätte ich zu Beginn gesagt „Ich promoviere jetzt“ wäre es garantiert schief gelaufen.

Was heißt das bezogen auf den Sport?

Köppen: Ziele wie der Ironman können einen zehn Jahre seines Lebens kosten. Dafür muss man sich bewusst entscheiden. Aber es muss ja nicht gleich ein Ironman sein. Wichtig ist es, im Sport wie im Leben, den ersten Schritt zu tun. Damit nähert man sich ja bereits dem Ziel.

Was geben Sie beginnenden Sportlern mit auf den Weg?

Köppen: Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, was sich bei mir bewährt hat: Wenn ich mich für ein Ziel entschieden habe, dann bin ich ein geduldiger Jäger.


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