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Medienhaus Lensing
07.12.2009 13:02 Uhr
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Depressions-Erkrankung "Burnout": Angestrengt, apathisch, ausgebrannt

Wer sich zuviel zumutet, sich ständig überarbeitet und ausgebrannt fühlt, leidet womöglich am Burnout-Syndrom, einer Form von Depression. Das Rezept dagegen: Abschalten und einen Ausgleich zum Job finden. Von Annika Ruhfaut

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Zuviel Stress im Job führt häufig zum Burnout. (Foto: dpa)

In Japan nennt man ihn „Karoshi“: den Tod durch Überarbeitung. Ausgelöst durch extremen Stress, der zu Veränderungen an den Gefäßwänden führen kann – und möglicherweise Herz- oder Hirninfarkte herbeiführt. „Wohl die ausgeprägteste Form von Burnout“, sagt Prof. Dr. Volker Arolt, Direktor der psychiatrischen Uniklinik Münster.

Schon in den 60er Jahren gab es in Japan die ersten Fälle von „Karoshi“. Dem Tod durch Überarbeitung gehen aber zahlreiche andere Anzeichen voraus, die auf großen Stress hinweisen. Der Fachbegriff für diese Symptome lautet „Burnout“ und zählt zur großen Gruppe der Depressions-Erkrankungen.

Betroffene sind süchtig nach Anerkennung


„Betroffen sind meist Menschen, an die hohe Leistungsanforderungen gestellt werden, die aber auch fast idealistische Anforderungen an sich selbst stellen“, erklärt der Professor. Meist hängt diese „innere“ Motivation mit dem starken Bedürfnis nach Anerkennung zusammen, das sogar zur Sucht werden kann. „Die Betroffenen können ihre eigenen Kräfte nicht mehr einschätzen, sie überfordern sich systematisch“, sagt Arolt. Bleibt die Anerkennung aus, „strampeln sie sich zu Tode.“

Burnout entsteht in drei Phasen


Zu „Karoshi“ muss es aber so schnell nicht kommen. Denn Anzeichen zeigt die Krankheit schon früh. „Burnout entsteht in drei Phasen“, erklärt Arolt: In der ersten Phase sind die Betroffenen noch guter Stimmung, fühlen sich durch die hohe Anstrengung aber schon überfordert und reagieren hierauf oft mit verstärktem Arbeitseinsatz. In der zweiten Phase bemerken sie, dass der vermehrte Einsatz nicht zu den erwünschten Zielen führt und die Anforderungen nicht bewältigt werden können. „Große Enttäuschung macht sich breit“, sagt Arolt.

Im Endzustand herrschen Zynismus und Verbitterung

In der dritten Phase, dem Endzustand, treten Verzweiflung und Apathie ein, die durch Zynismus, Negativismus und Verbitterung gekennzeichnet sind. Der Betroffene geht nicht mehr arbeiten und befindet sich oft in einem depressiven Dauerzustand.

Keine Angst vor professioneller Hilfe

Wer Symptome bei sich entdeckt, sollte sich nicht scheuen, Hilfe zu holen, sagt der Professor. Das muss nicht unbedingt ein Therapeut sein – auch sogenannte Coaches können helfen, die Lebens- und Arbeitssituation zu analysieren. „Man muss sich klar werden, warum man sich überhaupt so verausgabt“, sagt Arolt. „Wird mein Leben zerstört, wenn ich dieses und jenes nicht erreiche?“ Mit professioneller Hilfe werden neue Lebensziele herausgearbeitet.

Mit innerer Wachsamkeit könne man Burnout vorbeugen. „Immer darauf achten, dass man sein ‚Konto‘ nicht überzieht“, empfiehlt Arolt. „Abschalten und aktiver Ausgleich sind die Stichworte.“


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