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Medienhaus Lensing
16.11.2011 10:28 Uhr
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Experten geben Tipps: Schwitzen will gelernt sein: Goldene Sauna-Regeln

DÜSSELDORF Lust auf einen Abend in der Sauna? Bevor Sie es sich im Wellness-Tempel allzu bequem machen, sollten Sie ein paar Tipps beherzigen. Denn auch Schwitzen will gelernt sein.dpa

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Am Anfang liegen und die letzten ein bis zwei Minuten sitzen: So aktiviert man seinen Kreislauf beim Saunabesuch am besten. (Foto: dpa)

Saunieren hilft beim Entspannen und soll vor Infekten schützen. Doch wer die Sache falsch angeht, kann seinem Körper schaden.

Anfänger: Nicht auf die höchste Sauna-Bank setzen!

«Es gibt einen recht großen Anteil von Gelegenheits-Saunierern und absoluten Neulingen», sagt Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband in Düsseldorf. «Bei diesen herrscht in der Regel Unkenntnis über das richtige Verhalten vor, während und nach dem Aufenthalt in einer Saunakabine.» Die Folge: Die Gefahr von unerwünschten Erlebnissen bis hin zum Kreislaufkollaps steigt.

Besonders Männer entwickelten manchmal einen gefährlichen Ehrgeiz. «Trotz fehlender Routine setzen sie sich auf die höchste Schwitzbank und verharren dort unter zunehmenden Qualen viel länger als nötig und zuträglich.»

Fotostrecke 10 Goldene Regeln für den Sauna-Besuch



Welche positiven Effekte hat Saunieren für den Körper?

Richtig angewandt, kann Saunabaden der Gesundheit helfen. «Schon die Römer haben gemerkt, dass Wärme etwas sehr Angenehmes ist», sagt Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten in Wiesbaden. «Tatsächlich hilft allein die Wärme in der Sauna bei der Entspannung der Muskeln.»

Außerdem trage die Sauna als Ort der Ruhe psychologisch zur Entspannung bei. Viele Menschen setzen auch auf die Stärkung der Abwehrkräfte. «Durch den Prozess des Saunierens - also den Wechsel von kalt und warm - wird das Immunsystem aktiviert», bestätigt Wesiack. Das stärke die Abwehrkräfte und könne vor Erkältungen und anderen Infekten schützen. «Außerdem wird durch den Wechsel von kalt zu warm auch der Kreislauf stabilisiert.»

So funktioniert ein Saunagang

Um diese positiven Effekte zu erreichen, muss man allerdings richtig saunieren. «Man darf nicht zu lange in einer Sauna bleiben und muss sich zwischen den Saunagängen genug Erholung gönnen», sagt Marco Riedel von der KissSalis Therme in Bad Kissingen.

  • Starten Sie mit einer milden Sauna - zum Beispiel im Saunarium bei 50 bis 60 Grad
  • Anschließend tut Bewegung an der frischen Luft gut
  • Danach bitte kalt abduschen, der Körper ist durchs Saunieren sehr erhitzt
  • Beim Abduschen gilt: den Strahl vom rechten Fuß, Bein und Arm langsam zur linken Körperhälfte und bis zum Herzen führen
  • Nun 20 bis 30 Minuten ruhen


An diese Phase können bis zu zwei weitere, heißere Saunagänge inklusive Bewegung, Duschen und Ruhen angeschlossen werden.

«Für drei Saunagänge sollten etwa zwei Stunden eingeplant werden - schneller durchzuhetzen tut nicht gut», betont Riedel. Wichtig ist auch: «Wer sich in einer Sauna unwohl fühlt, sollte früher rausgehen. Und wem es beim Aufguss in der obersten Reihe zu heiß ist, sollte sich weiter heruntersetzen.» Hertel ergänzt: «Regelmäßigkeit verspricht eine wohltuende Wirkung. Ein- bis zweimal pro Woche sollte ein Saunatag genossen werden.»
 

Trinken nicht vergessen! «Der Flüssigkeitsverlust sollte in jedem Fall zwischen den Saunagängen ausgeglichen werden», erklärt Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband. Am besten seien Wasser oder Saftschorlen im Mischungsverhältnis 1 zu 3 (Saft zu Wasser). «Alkohol ist nicht zu empfehlen, da er den Kreislauf nur unnötig belastet.» Der Internist Wolfgang Wesiack ergänzt: «Da man beim Schwitzen nicht nur Wasser, sondern auch Salze verliert, ist es gut, nicht nur Wasser zu trinken, sondern auch Mineralwässer, die Salze enthalten.»


Was tun bei Kreislaufproblemen?

Das gilt allerdings nicht für alle Menschen. «Wer mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hat, sollte ein paar Regeln beachten», rät Hertel. Dazu gehört, nicht mit vollem Magen in die Sauna zu gehen, zusätzliche Kreislaufbelastungen wie Aufgüsse zu meiden. «Für Saunagänger mit niedrigem Blutdruck sind die anschließenden Kaltwasseranwendungen besonders wichtig.» Nicht in die Sauna gehen sollte Menschen, die an Fieber oder erhöhter Temperatur leiden. Sonst könne die körpereigene Temperaturregelung aus dem Gleichgewicht kommen. Und wer unter schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, sollte vor dem Saunieren einen Internisten zurate ziehen.



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