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Berlin Noch immer gibt es den Irrglauben, dass Präparatoren Tiere ausstopfen. Dabei stellen sie mit künstlerischem und handwerklichem Geschick lebensechte Dermoplastiken her. Nur eine Schule in Deutschland bildet Präparationstechnische Assistenten aus.
Die Arbeiten von Tierpräparatoren kaufen vor allem öffentliche Einrichtungen wie Museen oder Schulen. (Foto: Arne Dedert) (Foto: dpa)
Ein Fuchs steht, leicht verstaubt, auf einem Schrank im Biologie-Klassenraum und starrt die wechselnden Generationen von Schülern an. Im gut-bürgerlichen Restaurant beobachtet ein Fasan die speisenden Gäste. Und im Naturkundemuseum stolzieren Gnus, Zebras und Löwen durch die nachgebildete Serengeti. Sie alle sind natürlich tot. Sie starren, beobachten oder stolzieren keineswegs. Doch ihren Präparatoren ist es - oft mit viel Herzblut - gelungen, sie lebensecht für die Nachwelt festzuhalten.
Dabei ist es falsch, dass Präparatoren Tiere ausstopfen. «Der Volksmund spricht immer noch vom Ausstopfen. Das ist aber überhaupt nicht richtig», sagt Frank-Michael Weigner, Vorstand des Verbands Deutscher Präparatoren . Präparatoren stellen vielmehr eine Dermoplastik her. Sie ziehen dem toten Tier das Fell beziehungsweise die Haut ab. Diese wird dann gegerbt und dadurch haltbar gemacht.
Körper naturgetreu nachformen
Außerdem wird das Tier vermessen, damit anschließend der Körper aus Kunststoff oder Holz naturgetreu nachgeformt werden kann. Mit Draht verbinden die Präparatoren die einzelnen Körperteile und setzen Glasaugen ein. Anschließend wird die gegerbte Haut mühevoll über die Plastik gezogen und mit Nadeln festgesteckt. Mit Acrylfarben kolorieren die Präparatoren das Objekt am Ende oft noch an einigen fahlen Fellstellen nach - vor allem rund um die Augen.
Präparatoren müssen daher eine künstlerische Ader haben, modellieren und zeichnen können. «Es hat mit viel Kreativität zu tun», sagt Weigner. Weigner erzählt relativ nüchtern und unblutig von der Tätigkeit eines Tierpräparators. Doch einigen dürfte dabei dennoch mulmig werden. Sie finden diese Tätigkeit einfach nur ekelig. Auch die Präparatoren selbst müssen sich am Anfang an ihre Arbeit gewöhnen. «Man wird den Ekelfaktor nie komplett verlieren. Aber man wächst da rein», sagt Weigner aus Erfahrung.
Dreijährige Ausbildung
Wer Tierpräparator werden möchte, kann sich an der Höheren Berufsschule für Präparationstechnik des Walter-Gropius-Berufskollegs in Bochum in drei Jahren zum Präparationstechnischen Assistenten ausbilden lassen. Sie ist die einzige Schule ihrer Art in Europa, erklärt die Lehrerin Ute Ledebur-Kintrup. Die Berufsbezeichnung des Präparators ist in Deutschland aber nicht geschützt. Insofern kann sich theoretisch jeder so nennen. Nach ihrer Ausbildung arbeiten Präparatoren meist in öffentlichen Museen und werden dort nach Tarif bezahlt. Laut der Bundesagentur für Arbeit erhalten Beschäftigte bei den Ländern ein Monatsbruttoentgelt von 2189 bis 2423 Euro. Außerdem kommen sie in niedergelassenen Betrieben unter und fertigen dann etwa Trophäen für Jäger an. Dort ist das Gehalt Verhandlungssache, sagt Ledebur-Kintrup.
Infos des Verbands Deutscher Präparatoren
Die Angebote an freien Stellen sind begrenzt. Aber es werden auch nicht so viele Tierpräparatoren ausgebildet - höchsten zehn bis fünfzehn pro Jahr, sagt Frank-Michael Weigner, Vorstand des Verbands Deutscher Präparatoren in Berlin. Im Berufsverband sind rund 500 Präparatoren organisiert.
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