Medienhaus Lensing
09.02.2012 15:28 Uhr
Schriftgröße: A A A

Burnout vorbeugen: Ausgleich von der Arbeit suchen

Hamburg Im Job könne auf Dauer nur derjenige Hochleistungen erbringen, der sich selbst regelmäßig Gutes tut. Das sagte die Ärztin Nadja Behling. So hat ein Burnout keine Chance. Gut zu wissen, denn das Leiden ist die häufigste Ursache für Frühverrentungen.

«
1/1
»

Psychische Erkrankungen gelten als häufigste Ursache für Frühverrentungen. (Foto: Julian Stratenschulte) (Foto: dpa)

Um einem Burnout vorzubeugen, ist ein Ausgleich von der Arbeit wichtig. Das kann Sport sein, aber auch Treffen mit Freunden sind gut für das seelische Gleichgewicht, sagte Nadja Behling. Diesen Grundsatz ließen viele Burnout-Patienten jedoch außer Acht. «Manchmal erzählen mir Patienten, dass sie zwei oder sogar fünf Jahre keinen Urlaub mehr gemacht haben», erzählte Behling. Gönnten sich Arbeitnehmer jedoch keine Pause, bestehe die Gefahr, dass sie bis zur Erschöpfung ausbrennen.

Bestenfalls sollten Sport und Treffen mit Freunden je zweimal pro Woche auf dem Plan stehen, riet Behling. Studien hätten bewiesen, dass Sport einen antidepressiven Effekt hat. Wer sich regelmäßig körperlich betätigt, grüble oft weniger. Zudem schützten soziale Kontakte gegen ein Burnout. «Das Netz an Freunden muss nicht groß sein, aber es sollte zwei oder drei gute Freunde geben, mit denen man sich aussprechen kann.»

Psychische Leiden sorgen immer öfter für Probleme im Beruf: So sind sie die häufigste Ursache für Frühverrentungen. 2010 sind laut der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) bundesweit 70 000 Arbeitnehmer wegen einer seelischen Erkrankung frühzeitig aus dem Beruf ausgeschieden. Seelische Leiden verursachen zudem jeden achten Krankheitstag: Sie waren 2010 bei den Betriebskrankenkassen Grund für 12 Prozent aller Fehltage.

Es ist dabei nicht immer leicht zu bestimmen, wann Stress im Job krank macht und wann die Grenze zu einem Burnout erreicht ist. Denn Burnout ist keine Diagnose. «Es beschreibt eine totale Erschöpfung, die zusammen mit einer Depression, mit Angstzuständen oder mit körperlichen Beschwerden auftreten kann», erklärte Behling. Längst nicht jeder, der sich als Opfer dieser Modekrankheit sieht, sei auch tatsächlich krank. «Kritisch wird es erst, wenn Menschen ihren Alltag nicht mehr bewältigen können und die eigenen Krisenmechanismen versagen.» Dann liege ein Burnout vor, und die Menschen brauchen ärztliche Hilfe.

Ein Burnout drohe etwa, wenn jemand über mehrere Wochen hinweg am Wochenende ausschlafe und sich dennoch hinterher zerschlagen fühle. Das Syndrom ist nicht fern, wenn jemand Urlaub macht und sich hinterher trotzdem nicht erholt fühlt. Ein Alarmsignal ist es auch, wenn ein Hobby plötzlich keinen Spaß mehr macht oder jemand etwa in der Familie wegen Kleinigkeiten immer wieder aus der Haut fährt. «Ist es so weit, wird die Symptomatik krankhaft, und es sollte ein Arzt aufgesucht werden», riet Behling.

Weitere Themen
Auf manchen Büroschreibtischen herrscht ein ganz schönes Durcheinander. Doch Arbeitnehmer sollten vorsichtig sein. So ein Chaos kann schnell zum Karriereknick werden.

Aufräum-Tipps

Ordnung auf dem Schreibtisch

Aktenberge und Notizzettel-Meere: Wie man das Chaos in den Griff kriegt.  mehr...

Bei vielen Unternehmen wird Heimarbeit bereits seit vielen Jahren angeboten. Auch Experten bewerten die Heimarbeit positiv und als Gewinn für beide Seiten.

Strukturiert arbeiten

So klappt's mit dem Home Office

Mit klaren Regeln erfolgreich zu Hause arbeiten: So geht's.  mehr...

Gerade für Studienanfänger ist der Start ins neue Semester nicht immer leicht zu durchblicken.

Tipps

Wegweiser durchs Studium

Wie man stressfrei durchs Semester kommt, günstig wohnt, vom Lernen entspannt.  mehr...

Schon peinlich, wenn man am Schreibtisch einfach wegratzt. Also gehen Sie lieber früher von der Party und schnell ins Bett. Es sei denn, Sie möchten sich gerne von Ihrem Chef wecken lassen.

Etikette

Der Knigge fürs Büro

Richtig benehmen: So punkten Sie bei Vorgesetzten und Kollegen.  mehr...

Es gibt nur wenig Frauen in Führungspositionen. Diejenigen, die aufsteigen wollen, sollten nicht nur auf Fleiß setzen. (Bild: Tobias Kleinschmidt/dpa)

Berufs-Ratgeber

Fünf Karriere-Tipps für Frauen

Auf dem Weg zum Erfolg: Diese Tipps sollte frau im Hinterkopf haben.  mehr...

Zwischendurch aufstehen und sich dehnen: Wer im Büro regelmäßig Übungen macht, beugt Rückenschmerzen vor. (Bild: Sven Appel/dpa/tmn)

Locker im Büro

Übungen gegen Rückenschmerzen

Zum Nachmachen: Das hilft gegen Verspannungen und Schmerzen.  mehr...

Angehende Maler beim Üben: Wer einen Ausbildungsplatz sucht, hat zurzeit gute Chancen. (Bild: dpa)

Chancen für Azubis

Stellensuche leicht gemacht

Worauf Arbeitgeber bei der Auswahl junger Bewerber wirklich Wert legen.  mehr...

Befördert! Die Karriere fällt allerdings niemandem in den Schoß - Experten raten zu einer Strategie.

Karriere-Tipps

So klappt der Einstieg in den Beruf

So punkten Berufseinsteiger bei den neuen Kollegen und beim Chef.  mehr...

Verschenken Sie Wissen an Ihre Azubis. Jetzt anmelden und mitmachen bei unserer Aktion!

Projekt unserer Zeitung

Wir machen Ihre Azubis fit!

Täglich gibt's unsere Zeitung im Abo, dazu Seminare und ein Wissensquiz.  mehr...

Interview-Serie

Ein Gespräch in der Chefetage

Wir fühlen Top-Managern aus der deutschen Wirtschaft auf den Zahn.  mehr...

Übersicht

Stellenmarkt

Den richtigen Job finden, der passt. Aktuelle Stellenangebote und Ausbildungsangebote - jetzt online. mehr...

Meistgelesen | Beruf & Bildung
1

Umfrage: Chefs sollten zuhören können

Die meisten Arbeitnehmer wünschen sich von ihrem Chef vor allem eines: dass er ihnen zuhört. Foto: Jens Schierenbeck

Wien (dpa/tmn) Was macht einen guten Vorgesetzten aus? Die Mehrheit der Arbeitnehmer meint: Er muss seinen Mitarbeitern zuhören können - und sollte glaubwürdig sein. mehr...

2

Wie werde ich...? Lebensmittelkontrolleur

Alles frisch? Bei der Kontrolle von Lebensmitteln müssen die Prüfer genau hingucken. (Bild: Jaspersen/dpa/tmn)

Drolshagen (dpa/tmn) Radioaktiv verseuchter Fisch, Dioxin in Eiern oder Gammelfleisch im Döner - die Angst vor solchen Dingen kann einem schnell den Appetit verderben. Um Verbraucher zu schützen, sind Lebensmittelkontrolleure bundesweit im Einsatz. mehr...

3

Bewerbung für Deutschlandstipendium vor Studienstart planen

Rund 13 900 leistungsstarke Studenten haben im vergangenen Jahr das Deutschlandstipendium erhalten - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Foto: Jan-Peter Kasper

Berlin (dpa/tmn) Mehr Studenten bekommen ein Deutschlandstipendium. Wer sich als Studienanfänger im Wintersemester 2013/2014 dafür bewerben will, sollte sich bereits vor dem Studienbeginn darum kümmern. mehr...

4

Kein Studienplatz: Wartezeit mit Fernstudium überbrücken

Ein Fernstudium eignet sich gut zur Überbrückung. Foto: Franziska Koark

Frankfurt/Main (dpa/tmn) Zum kommenden Wintersemester erwarten die Hochschulen wieder einen Bewerberansturm. Schon jetzt ist absehbar, dass schwache Schüler in begehrten Studiengängen kaum Chancen haben. Ein Alternative ist ein Fernstudiengang. mehr...

5

Wie werde ich ...? Landwirt

Landwirte arbeiten heute viel mit Maschinen - sie brauchen daher auch technisches Know-how. (Bild: DBV/dpa/tmn)

Berlin/Oldenburg (dpa/tmn) Natur pur - das verbinden viele mit dem Leben auf dem Bauernhof. Die Arbeit dort ist aber ein harter Broterwerb. Und ein Bauernhof ist kein Streichelzoo. mehr...

Kontakt | Impressum | AGB | Nutzungsbasierte Onlinewerbung | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
RuhrNachrichten.de | MuensterscheZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | EmsdettenerVolkszeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de