Tipps zum Durchhalten: Fasten: Wie es richtig geht und was es bringt

NRW Finger weg von der Schokolade! Die Currywurst mit Pommes ist tabu. Wer fasten will, braucht viel Disziplin und Durchhaltevermögen. Für wen so eine Kur genau das Richtige sein kann, was Fasten dem Körper wirklich bringt und worauf man dabei achten muss.

  • Fasten ist nicht als Diät geeignet. Wer eine Heilfasten-Kur plant, sollte dies nur unter ärztlicher Aufsicht tun.

    Fasten ist nicht als Diät geeignet. Wer eine Heilfasten-Kur plant, sollte dies nur unter ärztlicher Aufsicht tun. Foto: dpa

Für die Christen beginnt alljährlich mit dem Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit bis zur Osternacht, Muslime fasten beim Ramadan, auch im Buddhismus verzichtet man längere Zeit auf feste Nahrung. Es geht um innere Einkehr, Verzicht, Buße und Besinnung. „Fasten ist der Verzicht auf weltliche Genüsse, um sich dadurch auf Gott fokussieren zu können“, erklärt Professor Christoph Dartmann, Historiker an der Uni Münster.

Was bringt Fasten dem Körper wirklich?

Auch ohne feste Termine oder religiöse Gründe legen viele Menschen eine Fastenkur ein - aus gesundheitlichen Gründen. Sie ist nicht gleichbedeutend mit einer Blitzdiät, bei der man nach wenigen Wochen oft vom Jojo-Effekt überrascht wird. "Wer einige Wochen bewusst auf bestimmte Dinge verzichtet, tut seinem Körper und seiner Seele etwas Gutes", sagt DAK-Expertin Silke Willms. Fasten entschlackt den Körper und soll beim ersten Schritt auf dem Weg zu einer gesünderen Lebensform helfen.

Beim Heilfasten verzichtet man nicht nur auf feste Nahrung, sondern auch auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten. "Auf diese Weise gibt man dem Körper eine Art zeitlich begrenzte Auszeit", so Andreas Buchinger, Mitglied der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung sowie Chefarzt einer Privatklinik in Bad Pyrmont. Dabei könne der Körper Altlasten loswerden und sich regenerieren.
    


Los geht's: So starten Sie in die Fastenzeit

Wer mitten in der Woche und vielleicht noch verkatert vom Karneval mit dem Fasten beginnt, hat keinen guten Start. "Man sollte sich ein paar Tage Zeit gönnen und überlegen, worauf man verzichten will", rät Ute Hantelmann, Vorsitzende der Zentrale für Ernährungsberatung in Hamburg. Auch eine Beratung beim Arzt macht Sinn.

Wie lange sollte ich fasten?

Auf keinen Fall sollte man aus medizinischer Sicht ganze 40 Tage auf Essen verzichten, warnt Ernährungswissenschaftlerin Ingeborg Twarkowski. Sie rät den Klienten in ihrer Bochumer Praxis, vier bis sechs, maximal acht bis zehn Tage zu fasten. „Fasten ist eine tiefgreifende Maßnahme, vor der man Respekt haben muss.“

Wer zum ersten Mal fastet, sollte klein anfangen und das Fasten zunächst auf etwa eine Woche beschränken. Wer sich dann noch immer leistungsfähig und konzentriert fühlt, kann ein paar Tage dranhängen. Damit reicht das Fastenprogramm aber erstmal. Im nächsten Jahr kann man die Fastenzeit verlängern.


    


Fasten als Starthilfe beim Abnehmen?

Das Fasten hilft natürlich auch beim Abnehmen. "Voraussetzung ist, dass ich danach nicht gleich wieder in alte Gewohnheiten verfalle», betont Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. «Wer dauerhaft abnehmen will, muss seine Ernährung langfristig umstellen und kommt um ein umfangreiches Bewegungsprogramm nicht herum." Insofern sei eine Heilfastenkur nur sinnvoll, wenn man dabei auch etwas über eine gesundheitsbewusstere Ernährungs- und Lebensweise lernt.
    


Alternativen zum Fasten

Wer nicht aufs Essen verzichten will, kann die Fastenzeit auch anders nutzen - sich beispielsweise gesünder ernähren. "Eine gängige Regel ist vier bis fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag", rät Ernährungsberaterin Hantelmann. Auch Trinken ist wichtig. Ein Erwachsener sollte pro Tag einen bis eineinhalb Liter Flüssigkeit abzüglich Kaffee, Saft und Alkohol zu sich nehmen.
 
Als Einstieg für eine längerfristige Umstellung der Ernährung reicht es schon, während der Fastenzeit einige Wochen Fett vom Speiseplan zu streichen und wenig Kohlenhydrate zu essen. "Butter weglassen, wenig helles Brot und weißen Zucker, keinen Alkohol und dafür viel Gemüse", empfiehlt Prof. Johannes Wechsler von der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin in Berlin.


Nicht jeder sollte fasten! Chronisch Kranke sollten vor dem Fasten mit ihrem Arzt sprechen, teilt die Ernährungsexpertin der Techniker Krankenkasse (TK) Rheinland-Pfalz, Mechthild Fröhlich, in Mainz mit. Dies empfiehlt sie Menschen mit Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. "Das gleiche gilt für Menschen, die an einer Depression oder an einer Essstörung leiden." Schwangere sollten ganz auf das Fasten verzichten.
Autor
dpa/Anne-Kathrin Neumann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    12. Februar 2013, 11:12 Uhr
    Aktualisiert:
    2. April 2013, 10:57 Uhr
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