Burnout vorbeugen: Ausgleich von der Arbeit suchen

Hamburg Im Job könne auf Dauer nur derjenige Hochleistungen erbringen, der sich selbst regelmäßig Gutes tut. Das sagte die Ärztin Nadja Behling. So hat ein Burnout keine Chance. Gut zu wissen, denn das Leiden ist die häufigste Ursache für Frühverrentungen.

  • Psychische Erkrankungen gelten als häufigste Ursache für Frühverrentungen. (Foto: Julian Stratenschulte)

    Psychische Erkrankungen gelten als häufigste Ursache für Frühverrentungen. (Foto: Julian Stratenschulte) Foto: dpa

Um einem Burnout vorzubeugen, ist ein Ausgleich von der Arbeit wichtig. Das kann Sport sein, aber auch Treffen mit Freunden sind gut für das seelische Gleichgewicht, sagte Nadja Behling. Diesen Grundsatz ließen viele Burnout-Patienten jedoch außer Acht. «Manchmal erzählen mir Patienten, dass sie zwei oder sogar fünf Jahre keinen Urlaub mehr gemacht haben», erzählte Behling. Gönnten sich Arbeitnehmer jedoch keine Pause, bestehe die Gefahr, dass sie bis zur Erschöpfung ausbrennen.

    
Bestenfalls sollten Sport und Treffen mit Freunden je zweimal pro Woche auf dem Plan stehen, riet Behling. Studien hätten bewiesen, dass Sport einen antidepressiven Effekt hat. Wer sich regelmäßig körperlich betätigt, grüble oft weniger. Zudem schützten soziale Kontakte gegen ein Burnout. «Das Netz an Freunden muss nicht groß sein, aber es sollte zwei oder drei gute Freunde geben, mit denen man sich aussprechen kann.»

Psychische Leiden sorgen immer öfter für Probleme im Beruf: So sind sie die häufigste Ursache für Frühverrentungen. 2010 sind laut der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) bundesweit 70 000 Arbeitnehmer wegen einer seelischen Erkrankung frühzeitig aus dem Beruf ausgeschieden. Seelische Leiden verursachen zudem jeden achten Krankheitstag: Sie waren 2010 bei den Betriebskrankenkassen Grund für 12 Prozent aller Fehltage.

Es ist dabei nicht immer leicht zu bestimmen, wann Stress im Job krank macht und wann die Grenze zu einem Burnout erreicht ist. Denn Burnout ist keine Diagnose. «Es beschreibt eine totale Erschöpfung, die zusammen mit einer Depression, mit Angstzuständen oder mit körperlichen Beschwerden auftreten kann», erklärte Behling. Längst nicht jeder, der sich als Opfer dieser Modekrankheit sieht, sei auch tatsächlich krank. «Kritisch wird es erst, wenn Menschen ihren Alltag nicht mehr bewältigen können und die eigenen Krisenmechanismen versagen.» Dann liege ein Burnout vor, und die Menschen brauchen ärztliche Hilfe.

Ein Burnout drohe etwa, wenn jemand über mehrere Wochen hinweg am Wochenende ausschlafe und sich dennoch hinterher zerschlagen fühle. Das Syndrom ist nicht fern, wenn jemand Urlaub macht und sich hinterher trotzdem nicht erholt fühlt. Ein Alarmsignal ist es auch, wenn ein Hobby plötzlich keinen Spaß mehr macht oder jemand etwa in der Familie wegen Kleinigkeiten immer wieder aus der Haut fährt. «Ist es so weit, wird die Symptomatik krankhaft, und es sollte ein Arzt aufgesucht werden», riet Behling.

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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    9. Februar 2012, 15:28 Uhr
    Aktualisiert:
    9. Februar 2012, 16:00 Uhr