Schauspielhaus Bochum: "Moby Dick - Das Konzert"

BOCHUM Der Ozean als Ursprung und dunkles Rätsel des Menschen. Der Mensch als flüchtiges Nichts zwischen der Unendlichkeit des Himmels und des Meeres. Paul Koeks Veenfabriek segelt mit "Moby Dick - Das Konzert" in den Kammerspielen des Bochumer Schauspielhauses im Wind der großen Fragen unserer Existenz.

  • Szene aus der Bochumer Aufführung: Therese Dörr und Werner Strenger mit Ensemble im Hintergrund.

    Szene aus der Bochumer Aufführung: Therese Dörr und Werner Strenger mit Ensemble im Hintergrund. Foto: Aurin

Ein sicherer Anker ist die famose Band Track. Den Titelzusatz "Das Konzert" sollte der Theatergänger ernst nehmen. Die niederländische Veenfabriek erzählt nicht wie in den Vorgängerinszenierungen in Bochum einen klassischen Stoff mit den Mitteln des Musiktheaters. Sie erzählt die Geschichte von Herman Melvilles Klassiker eigentlich gar nicht, sondern übersetzt seine Atmosphäre in einen spektakulären Raum aus Klängen, Bildern und Worten.

Ergreifener Soundtrack

Spektakulär ist dieser Raum, weil er dem angestaubten Genre des Liederabends im Theater einen Weg in die Zukunft weist: "Lieder" können hier Monologe Kapitän Ahabs, seiner Besatzungsmitglieder oder des weißen Wals sein, denen ein Ambient-Klangteppich Tiefe verleiht. Sie können Songs oder Instrumentalpassagen sein, in denen Track auf den Spuren der frühen Pink Floyd bis zu heutigem Indie Rock und New Rave wandelt. Ein beeindruckender, ergreifender Soundtrack ist das, der mal ruhig fließt und mal wütet wie der Ozean.

Existenzielle Fragen

Die Texte, die Peter Verhelst für fünf Figuren geschrieben hat, kreisen um den Schwebezustand der Besatzung auf See, um die großen Fragen ihrer Existenz. Wie im Buch laufen sie auf die Konfrontation des Wals mit dem Kapitän hinaus, auf die ersehnte Verschmelzung des Meeressäugers mit dem Menschen. Überraschend und brillant dargestellt wird sie von Therese Dörr und Werner Strenger.

Strenger übertritt bei der Premiere sogar die Schmerzgrenze, als er Theaterblut ins Auge bekommt und sich erst nach dem riesigen Schlussapplaus notärztlich behandeln lässt.

 

Termine: 28.2., 8./17./31.3.; Karten: Tel. (0234) 33 33 55 55. www.schauspielhausbochum.de
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Autor
Max Florian Kühlem
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    24. Februar 2013, 15:00 Uhr
    Aktualisiert:
    24. Februar 2013, 19:25 Uhr