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Stadtbücherei Lünen zieht um

Politik macht den Weg frei - in die Persiluhrpassage

Lünen Die geplante kulturelle Bildungseinrichtung im Herzen der City nimmt Gestalt an. Der Ausschuss für Kultur und Europaangelegenheiten fasste jetzt einen entscheidenden Beschluss.

Politik macht den Weg frei - in die Persiluhrpassage

Diese Animation zeigt, wie es auf dem Dach der Persiluhrpassage aussehen könnte: Die Architektin hat hier ein zusätzliches, gläsernes Geschoss geplant. Foto: Architekten Reich und Wamser

Zweifel gab es keine mehr im Ausschuss für Kultur und Europaangelegenheiten: Einstimmig brachten die Politiker Mittwochabend den Umzug der Stadtbücherei von der Stadttorstraße in die Persiluhrpassage auf den Weg. Ebenso einstimmig beerdigten sie die ursprünglichen Pläne, wonach das Museum der Stadt vom Schloss Schwansbell in die Passage umziehen sollte. Am 14. Dezember muss der Rat die Entscheidung des Fachausschusses noch bestätigen.

4,43 Millionen Euro

4,43 Millionen Euro würde der Umbau der Passage zur kulturellen Bildungseinrichtung kosten, rechnete die von der Stadt beauftragte Architektin Verena Wamser (Büro Reich und Wamser, Düsseldorf) vor. Die Summe liege somit unter dem Umbau-Budget von 4,7 Millionen Euro für die Museums-Variante. Die Bibliotheksausstattung ist in den 4,43 Millionen allerdings noch nicht enthalten.

Mit dem Umzug der Bücherei soll die weitgehend leer stehende Persiluhrpassage wachgeküsst werden. Modernisierte Bibliotheken lockten mindestens 30 Prozent mehr Besucher an. Das erklärte Petra Büning (Fachstelle öffentliche Bibliotheken NRW) auf Basis der Erfahrungen anderer Städte.

Doch die Stadtbücherei ist es bekanntlich nicht allein, die unter das Dach der Passage schlüpfen soll. Kulturelle Bildungseinrichtung lautet der Oberbegriff. Und diese Einrichtung soll vor allem Menschen zusammenführen. So erhält das Café Neuland, der Treffpunkt für zugewanderte und alteingesessene Lüner, ein dauerhaftes Zuhause. Vereine können Räume für ihre Veranstaltungen nutzen, die Stadt ebenso. Dafür ist ein 190 Quadratmeter (qm) großen Veranstaltungsraum mit modernster Kommunikationstechnik vorgesehen.

Von einer „fließenden Einrichtung mit unheimlich viel Funktionalität“ sprach Architektin Wamser. Sie stellte die Pläne im Detail vor. Die Bücherei etwa soll neben einer automatisierten Bücherrückgabe Lounge-Ecken und eine Gamingzone (für Computerspiele) erhalten. Die Raumkapazität wächst von zurzeit 620 auf 769 qm. Zu wenig eigentlich angesichts des Medienbestandes. Die Planer sehen einen gewissen Ausgleich aber darin, dass auch die Bücherei die vielen Multifunktionsflächen nutzen könne.

Idee für große Glaskuppel

Die drei Glaskuppeln im Dach – eine große, zwei kleine – bleiben erhalten, müssen aber wie das gesamte Dach saniert werden, so die Architektin. Die große Kuppel wird nach den Plänen zu einem Wintergarten-ähnlichen, zusätzlichen Geschoss mit Büroarbeitsplätzen ausgebaut.

Die Wohnungs-Mieter in der Persiluhrpassage, die den Bereich als Dachgarten nutzen, seien informiert worden und einverstanden, hieß es. Um die 80 Prozent-Förderung des Landes zu bekommen, müsse die Stadt Teil-Eigentümer werden, also dem Immobilienbesitzer WBG (Wohnungsbaugenossenschaft Lünen) jenen Teil der Passage abkaufen, der künftig öffentlich genutzt wird. Dazu liege ein Wertgutachten vor, so die Verwaltung. Eine Summe wurde im öffentlichen Teil der Sitzung nicht genannt.

„Jetzt bekommen wir, was wir wollen“, so Annette Droege-Middel (CDU). Erster Beigeordneter Horst Müller-Baß hofft, dass der Förderantrag, der noch im Dezember an das Land gestellt werden muss, nach der Sommerpause 2018 genehmigt wird. Danach könne es losgehen mit dem Umbau.

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