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Neue Ausstellung im Kirchhellener Heimathaus

Wer war eigentlich Johann Breuker?

KIRCHHELLEN Jeder Kirchhellener kennt seinen Namen. Der wichtigste Platz im Dorf ist nach ihm benannt. Aber wer war Johann Breuker eigentlich? Dieser Frage geht der Heimatverein Kirchhellen in der neuen Ausstellung im Heimathaus nach.

Wer war eigentlich Johann Breuker?

Willi Stein (l.) und Gunther Kugler sind stolz auf den Raum, den sie mit Unterstützung anderer Kirchhellener gestaltet haben. So könnte Johann Breuker gelebt haben.

Viele Zeitzeugnisse und Informationen über Johann Breuker und seine Zeit hat Willi Stein, Schatzmeister im Heimatverein Kirchhellen, zusammengetragen. „Für mich war sein Leben vorher unbekannt“, gibt der Kirchhellener offen zu. Aber im Laufe seiner Recherchen faszinierte ihn dieser Mann, der vor 200 Jahren geboren wurde, immer mehr. „Es beeindruckt mich, dass er es als einfacher Kötter geschafft hat, von Abgeordneten und Adeligen als Fürsprecher für die Bauern ernstgenommen zu werden.“

Denn die Zustände dieser Berufsgruppe zu verbessern, das war das größte Anliegen des am 14. Mai 1817 in Hardinghausen geborenen Breukers. Er gründete den ersten Bauernverein für den Kreis Recklinghausen, war Mitbegründer und Vizepräsident des Westfälischen Bauernvereins sowie Herausgeber und Redakteur des Vereinsorgans „Westfälischer Bauer“, das 1871 bis 1879 wöchentlich und danach monatlich erschien. Es war ihm wichtig – auf eigenes Risiko und mit eigenem Geld – die Bauern zu informieren und sie so zu mündigen Bürgern zu machen.

Ein Raum im Raum

Die Ausstellung nimmt allerdings nicht nur den Bauernführer selbst in den Blick. Auch Wegbegleiter wie Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst und die sozialen Partner seiner Zeit werden porträtiert. Viele Schriftstücke und historische Dokumente können die Besucher in Vitrinen und an der Wand im großen Raum des Heimathauses entdecken sowie eine Büste vom Kirchhellener Bildhauer Bernd Schlüter.

Ein wahrer Höhepunkt und Willi Steins Lieblingsstück überrascht den Besucher, wenn er um die Ecke blickt: Dort hat Willi Stein mit Unterstützung von Gunther Kluger und dem Bürgerverein Hof Jünger ein ganzes Zimmer nachgebaut. „Wie haben Industriearbeiter und Bauern damals gelebt? Diese Frage haben wir uns gestellt“, erzählt Willi Stein.

Stammbaum erarbeitet

Er fand ein Bild im Internet, das als Vorlage diente, und trug Originalstücke aus der Zeit zusammen. Viele Details gibt es in dem Zimmer zu entdecken, wie alte Holzklotschen und einen alten Haarschneider aus Peter Pawliczeks Familie. „Damit wurden mir noch als Kind die Haare geschnitten“, erinnert sich der Vorsitzende des Heimatvereins lachend an diese ziepende Tortur. Den Stammbaum Johann Breukers, von Heimatforscherin Franzis Janknecht zusammengetragen und gestaltet, hängt an der Wand.

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„So kann sich jeder ein gutes Bild von Johann Breuker und seiner Zeit machen“, sagen die Gestalter der Ausstellung und freuen sich auf viele Besucher, die auch die letzten vier Ausstellungen im Heimathaus besucht haben. „Fast zweidrittel der Besucher sind Senioren, die teilweise sogar mehrmals in die Ausstellungen gekommen sind. Wir hoffen, dass das so bleibt und auch die jüngeren Besucher sich mehr für unsere Arbeit interessieren“, sagt Willi Stein.

Die Ausstellung im Heimathaus, Wellbraucksweg 2-4, eröffnet am Samstag (21. Oktober) um 11 Uhr. Sie ist bis zum 3. Dezember immer sonntags zwischen 11 und 13 Uhr zu sehen. Führungen sind nach Vereinbarung unter Tel. (02045) 22 15 oder 40 60 20 möglich. Der Heimatverein bedankt sich bei allen Spendern und Unterstützern, die diese Ausstellung mit ermöglicht haben, und lädt alle – insbesondere die Kirchhellener Landwirte – zum Besuch ein.

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