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Rotary-Aktion

Plastikdeckel sammeln gegen Polio

Kirchhellen Mit Plastikdeckeln wollen die Rotarier die Kinderlähmung weltweit ausrotten. Wie, das erklärt Rudolf Askemper, das einzige Kirchhellener Mitglied des Rotary Clubs Dorsten, zum Welt-Polio-Tag (28. Oktober).

Plastikdeckel sammeln gegen Polio

Rudolf Askemper und Ursula Schlüter vom Rotary Club Dorsten schütten Plastikdeckel in eine Tonne, die künftig in der Raiffeisen Getränkewelt an der Raiffeisenstraße aufgestellt ist. Der Rotary Club sammelt die Deckel, um die Krankheit Kinderlähmung weltweit auszurotten. Der Abteilungsleiter der Getränkewelt, Sven Hausmann (l.), beteiligt sich gern an der Aktion. Foto: Foto: Berthold Fehmer

Kinderlähmung ist grausam – Schluckimpfung ist süß.“ Die Älteren werden sich an den Slogan zur Impfkampagne seit Anfang der 60er-Jahre erinnern. Damals gelang es, in Deutschland mit den Impfungen die Zahl der Erkrankungen drastisch zu reduzieren. Waren 1961 laut Paul-Ehrlich-Institut mehr als 4600 Menschen in Deutschland an Polio erkrankt, waren es 1962 schon nur etwa 290.

Eine Therapie gegen die Krankheit konnten Mediziner bis heute nicht entwickeln. Bei 10 Prozent der Schwerstbetroffenen wird die Atemmuskulatur so in Mitleidenschaft gezogen, dass dies zum Tod führen kann. Rund 30 Prozent behalten schwere Schäden nach Ausbruch der Krankheit zurück. Es ist bislang gelungen, weltweit die Krankheit fast auszurotten.

Acht Fälle in drei Ländern

Aber eben nur fast. „Es gab 2017 acht Fälle in drei Ländern“, berichtet Rudolf Askemper. Afghanistan, Pakistan und Nigeria – „Länder, in denen das Impfen nicht so einfach ist.“ Kurz vor dem Ziel wähnen sich die Rotarier, die weltweit seit Mitte der 80er-Jahre die Ausrottung der Krankheit als ihre größte Aufgabe begreifen. Askemper: „Die Krankheit gilt als ausgerottet, wenn es weltweit drei Jahre hintereinander keinen einzigen Krankheitsfall gibt.“

Mithelfen kann dabei jetzt jeder – kostenlos. Denn die Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“, die in Dorsten bereits gestartet ist, will Askemper auch nach Kirchhellen tragen. Beim Abteilungsleiter der Raiffeisen-Getränkewelt an der Raiffeisenstraße fand der Landwirt einen Unterstützer: „Das ist eine Super-Chance“, sagt Sven Hausmann. In einer blauen Tonne im Eingangsbereich können Plastikdeckel von Flaschen und Tetra Paks gesammelt werden. Mehrwegflaschen könne man problemlos auch ohne Deckel abgeben, sagt Hausmann.

Bill Gates hilft mit

Warum Plastikdeckel? „Die Deckel bestehen aus einem besonderen Kunststoff“, erklärt Askemper. Das Polyethylen oder Polypropylen kann gut recycelt werden. Ein Deckel wiegt etwa zwei Gramm, 500 Deckel etwa ein Kilogramm. „Der Erlös reicht für eine Impfung“, so Askemper. Doch jetzt kommt Bill Gates ins Spiel: Der Microsoft-Gründer und einer der reichsten Menschen der Welt, lässt über seine Stiftung pro Impfung Geld für zwei weitere Impfungen beisteuern, sodass pro 500 Deckel drei Impfungen bezahlt werden können. In Deutschland kamen so 2016 insgesamt 460.000 Impfungen zusammen.

Ein Rotary Club in Baden-Würtemberg habe, allerdings durch Zusammenarbeit mit einem Mineralwasser-Hersteller, 2,3 Millionen Deckel gesammelt, sagt Askemper. „Das werden wir wohl nicht schaffen.“ Aber mit der einfachen Idee hofft er, möglichst viele Kirchhellener zum Mitmachen zu begeistern. Askemper: „In Dorsten gibt es schon Schulklassen, die daraus einen regelrechten Wettbewerb gemacht haben, wer mehr Deckel sammelt.“

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