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Freiwilliges Soziales Jahr

Das sind die Neuen im Jugend-Kloster Kirchhellen

Kirchhellen Ein Jahr im Kloster. Dafür haben sich jetzt wieder fünf junge Menschen entschieden. Sie machen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Jugend-Kloster Kirchhellen. Bei uns lesen Sie, warum sie sich zu diesem Schritt entschieden haben.

Das sind die Neuen im Jugend-Kloster Kirchhellen

Die „Neuen“ im Jugend-Kloster sind: (v.l.)Celia Salvador Cruz (43), Mihantra Raissa Jhonson Rakotondrahaingo (26), Diego Olvera Gutierrez (23), Tuana Cepikkurt (16) und Sandra Nolde (18). Foto: Foto: Marie Rademacher

Von der Stimmung her ist es fast so, als wären die fünf jungen Menschen, die um den Tisch im Jugend-Kloster sitzen, Geschwister. Schmunzelnd verteilen sie untereinander kleine Seitenhiebe, kichern über die Eigenheiten des anderen, prusten manchmal laut los – auch wenn ein Außenstehender gerade vielleicht gar nicht versteht, was jetzt gerade so witzig war. Aber: Die fünf sind keine Geschwister. Sie verbindet in diesem Jahr etwas anderes. Sie sind die neuen FSJ-ler im Jugend-Kloster. Wobei: Bei Tuana stimmt das nicht so ganz. Zwar wohnt sie wie die anderen auch für eine gewisse Zeit im Kloster. Allerdings macht sie kein Freiwilliges Soziales Jahr, sondern ist Austauschschülerin. Eigentlich lebt die 16-Jährige mit ihrer Familie in der Türkei, in Istanbul. Über die Organisation „Youth For Understanding“ ist sie jetzt aber für einen Austausch in Kirchhellen. Und es gefällt ihr gut, wie sie im Gespräch mit der Redaktion erzählt. Ihr Deutsch ist noch ein bisschen unsicher, verstehen tut sie aber schon fast alles, sagt sie.

Sehr international

Dass sie aus einem anderen Land kommt, ist im Jugend-Kloster keine Barriere, noch nicht einmal eine Besonderheit. Schon eher Normalität. „Hier bei uns leben Menschen acht unterschiedlicher Nationen unter einem Dach“, erzählt Hildegard Kückelmann vom Jugendkloster.

Die neuen FSJ-ler steuern dazu Folgende bei: Diego Olvera Gutierrez (23) und Celia Salvador Cruz (43) kommen aus Hidalgo in Mexiko. Das Bistum Münster, zu dem auch Kirchhellen gehört, hat eine Partnerschaft mit dem Bistum Tula in Mexiko. So ist es zustande gekommen, dass die beiden Mexikaner ein FSJ in Kirchhellen machen. Mihantra Raissa Jhonson Rakotondrahaingo – ja, das ist wirklich ein Name, wie die Trägerin desselben lachend erzählt, – kommt aus Madagaskar. Die 26-Jährige hat vor dem FSJ schon als Au-Pair-Mädchen in Deutschland gearbeitet. Sandra Nolde (18) ist die einzige Deutsche unter der FSJ-lern, kommt aus Castrop-Rauxel und hat gerade Abitur gemacht. „Ich wollte hier erst mal Erfahrungen sammeln, bevor ich mich für einen Beruf entscheide“, erzählt sie.

Wie in einer WG

Die fünf jungen Leute leben während ihres FSJ wie die Ordensleute im Jugend-Kloster. „Wie in einer WG“ beschreibt Hildegard Kückelmann das. Ihre Aufgaben sind dabei unterschiedlich. Mihantra zum Beispiel verbringt den Vormittag im Kindergarten, hilft dort den Erzieherinnen. Die anderen drei FSJ-ler sind zu dieser Zeit in der Sekundarschule unterwegs und unterstützen die Lehrer. Am Nachmittag bereiten sie dann Gruppenstunden vor, helfen bei der Gestaltung von Gottesdiensten.

Dass sie eine gute Zeit haben, ist ziemlich offensichtlich – und sie bejahen es auch, wenn sie danach gefragt werden. Nur eins, sagt Diego, während er mit dem Zeigefinger eine abwehrende Geste macht, geht gar nicht. Die anderen Lächeln schon und wissen, worauf der Mexikaner anspielt: das Wetter.

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