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Rita Stockhofe

Abgeordnete unterstellt Redaktion verfälschte Zitate

HALTERN Die Bundestagsabgeordnete Rita Stockhofe (CDU) hat Ärger mit der Tierschutzorganisation Peta. Nach einem Interview mit unserer Zeitung, in dem sie die Organisation scharf kritisierte, sah sie sich gezwungen, den Tierschützern eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Stockhofe behauptet, diese Aussagen so nie getätigt zu haben.

Abgeordnete unterstellt Redaktion verfälschte Zitate

Rita Stockhofe

Alles fing an mit einem Interview-Porträt über Rita Stockhofe, das am 1. September in unserer gedruckten Zeitung anlässlich der anstehenden Bundestagswahl erschienen war. Da zitieren wir die CDU-Abgeordnete unter dem Punkt „Dafür sollte der Bund kein Geld mehr ausgeben“ folgendermaßen: „Gemeinnützige Vereine, die gegen geltendes Recht verstoßen, sollten nicht länger steuerlich begünstigt werden. Damit meine ich beispielsweise den Verein Peta, der illegal in landwirtschaftliche Betriebe, auch bei NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking, eingebrochen ist.“

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An dem Hof Schulze Föcking in Steinfurt hatten Tierschützer skandalöse Bedingungen gefilmt und öffentlich gemacht – allerdings war das nicht Peta, sondern die Organisation „Tierretter“. Petas Rechtsabteilung schrieb uns daraufhin: „In der Halterner Zeitung wurde Rita Stockhofe mit falschen Tatsachenbehauptungen und Schmähungen gegenüber unserer Organisation zitiert.“ Stockhofe hat Peta gegenüber eine Unterlassungserklärung abgegeben und erklärt, dass sie die Äußerungen, so wie sie in der Zeitung stehen, nie getätigt habe. Die unterschriebenen Dokumente liegen unserer Redaktion vor. Die Nachricht dazu ging bei uns ein, wenige Stunden nachdem Stockhofe bei unserer Redakteurin gefragt hatte, ob es von dem ursprünglichen Interview eine Tonaufnahme gibt. Diese gibt es nicht.

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Nach unserer ersten Veröffentlichung druckten wir mehrere Leserbriefe und Stellungnahmen anderer ab. Unter anderem antwortete auch Rita Stockhofe (Ausgabe vom 7. September): „Was ist Peta für eine ‚Tierrechtsorganisation‘, wenn die angesprochenen und durch Einbruch (!) beschafften Bilder monatelang keinem Veterinär und keiner Behörde gezeigt, sondern erst dann medial publiziert wurden, als es der eigenen Lobby passte (Schwächung einer Ministerin, Spendenakquise)?“ Diesen Satz und andere mit weiteren Vorwürfen hat sie unserer Redaktion per E-Mail geschickt – und damit neuerliche Vorwürfe gegen die Organisation Peta erhoben.

Rita Stockhofe nahm am Mittwochmorgen schriftlich zu dem Sachverhalt Stellung: „Selbstverständlich äußere ich mich zur Nachfrage der Halterner Zeitung. Mir wurde am Dienstag jedoch lediglich eine vierstündige Frist eingeräumt, um eine zitierfähige Stellungnahme abzugeben. In diesem Zeitfenster hatte ich Paralleltermine und konnte deswegen nicht antworten. Das wurde Herrn Kindel (Redakteur der Halterner Zeitung, Anm. d. Red.) durch mein Büro auch mitgeteilt. Insofern finde ich die Berichterstattung nicht in Ordnung.

Mir ging es bei meiner Aussage darum, die Verwertung von durch Einbruch in landwirtschaftliche Betriebe beschafften Bildern zu kritisieren. Dass Peta in dem angesprochenen Fall eingebrochen ist, habe ich nicht gesagt. Das ist auch der Gegenstand der von mir unterzeichneten Unterlassungserklärung. Die in der Redaktion nachgefragte Audioaufnahme, die bei dem Interview mit meiner Zustimmung gemacht wurde, sollte dies bekräftigen. Mir ging es nicht darum, der Redakteurin einen Vorwurf zu machen. Ich ging davon aus, dass die Angelegenheit damit erledigt sei.“

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