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Ziel ohne Weg

Wenn ein Trampelpfad in Holzen zum Bürgersteig wird

Holzen 300 Meter Fußweg. Die bräuchten Fußgänger und Rollstuhlfahrer an der Kreisstraße zwischen der Werkstraße und der Autobahnbrücke in Richtung Schwerte dringend. Weil die Zuständigkeiten dafür aber umkämpft sind, haben die Holzener ein Riesenproblem.

Wenn ein Trampelpfad in Holzen zum Bürgersteig wird

Ferdinand Ziese (rechts) mit einem guten Bekannten an der Kreisstraße. Hier gibt es auf rund 300 Metern keinen Fußweg.

Es gibt nicht wenige Holzener, die immer noch sauer sind über die Teilung ihrer Gemeinde 1975. Ein Teil kam nach Dortmund, ein Teil nach Schwerte. Als Grenze gilt seitdem die Autobahnbrücke der A1.

Und irgendwie scheint es so zu sein, als ob auch die Straßenplaner keinen Grund darin sehen, dass man vom einen Teil Holzens den anderen ungefährdet erreichen kann.

Rund 300 Meter Fußweg fehlen

Dabei geht es lediglich um rund 300 Meter. Aber die haben es in sich. Denn hier, an der Kreisstraße zwischen der Werkstraße und der Autobahnbrücke gibt es auf beiden Seiten der viel befahrenen Straße keinen Fußweg.

„Ein Unding“, findet Ferdinand Ziese. Der ist Ortsheimatpfleger in Holzen und sonst auch Hansdampf in allen Gassen. „Fußgänger und Radfahrer haben hier ihre liebe Mühe und Not“, sagt Ziese.

Fußgänger müssen auf die Fahrbahn ausweichen

Zumal der Weg von Dortmund-Holzen nach Schwerte-Holzen durchaus stark frequentiert wird – leider auch von Pkw. Und die fahren den Leuten manchmal fast den Hintern ab, so ein guter Bekannter von Ziese. Der ist auf einen E-Rollstuhl angewiesen, möchte seinen Namen nicht in der Zeitung sehen. „Aber ein Foto können sie machen, aber nur von hinten“.

Also führt Zieses Bekannter einmal vor, was es für einen Rollstuhlfahrer heißt, an der Landesstraße in Richtung Schwerter Stadtgrenze zu rollen. Vom Ehrenmal aus geht es die ersten Meter durch den Matsch, dann ein Stück über die Fahrbahn – bei heftigem Gegenverkehr.

Auch Schulkinder nutzen den gefährlichen Trampelpfad

„Hier muss endlich ein Rad- und Fußweg hin“, sagt Ziese. Denn der Weg entlang der Straße sei auch ein Schulweg von Dortmund nach Schwerte und andersherum. Außerdem gebe es ja auf dem Stück noch eine Haltestelle.

Und die sei auch nur über den gefährlichen Weg an der Hauptstraße entlang erreichbar. Dass der Weg zwischen Holzen (Schwerte) und Holzen durchaus genutzt wird, sieht man an dem Trampelpfad entlang der Fahrbahn.

Der Kampf um die Zuständigkeiten

„Wir sind hier schon seit Jahren an dem Thema dran“, sagt Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris auf die Problematik angesprochen. „Gerade auf der westlichen Seite, wo die Haltestelle ist, birgt der fehlende Fußweg Gefahren.“

Zuständig sei hier aber Straßen.NRW, da die Kreisstraße eine Landesstraße sei (L672). Aber Straßen.NRW fühle sich hier nicht zuständig. „Ich war bei zwei oder drei Ortsterminen mit dabei und da kam regelmäßig die Antwort, dass hier an der Kreisstraße kein Fußgängerweg vorgesehen sei“, sagt Hillgeris.

Straßen.NRW: Fußweg auf freiem Gelände nicht üblich

Vielleicht müsse man hier das große Rad drehen und sich an den Landtag wenden. Schließlich sei Straßen.NRW ein Landesbetrieb. „Die richtige Problematik kommt jetzt in der dunklen Jahreszeit“, sagt der Bezirksbürgermeister. „Bei Schnee und Matsch müssen die Fußgänger auf die Fahrbahn ausweichen.“

Bei Straßen.NRW sieht man sich tatsächlich nicht in der Pflicht, im Bereich zwischen Werkstraße und Autobahn für einen Fußweg zu sorgen. Das sei auf freiem Gelände nicht üblich, so ein Sprecher des Landesbetriebs auf Nachfrage unserer Zeitung. Wenn ein Fußweg gewünscht sei, müsste die Kommune finanziell dafür aufkommen.

Als Holzen geteilt wurde

Am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde aufgelöst. Dortmund erhielt 5,62 km² mit damals 5259 Einwohnern.

In die Stadt Schwerte wurden 1,91 km² mit damals 3100 Einwohnern eingegliedert. Die Autobahn A1 wurde als Grenze festgelegt.

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