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„Edinburgh Borussen“

Schwarzgelbe Schotten fiebern mit dem BVB mit

DORTMUND „Real Love“ statt „Echte Liebe“: Hunderte britische Fans kommen zu jedem Heimspiel des BVB. Ein paar Mal pro Saison fliegt auch der Schotte Andy King, Gründer des Fanclubs „Edinburgh Borussen“, ein. Er liebt Borussia Dortmund – zudem macht der Fußball daheim keinen Spaß mehr.

Schwarzgelbe Schotten fiebern mit dem BVB mit

Andys Reisegruppe: Stilecht im Kilt besuchten die Mitglieder der „Edinburgh Borussen“ des Derby zwischen dem BVB und Schalke. Foto: Dan Laryea

850 Kilometer Luftlinie trennen Andy King und seine große Liebe. Wenn er sie am Wochenende sieht, dann für 90 Minuten. Die Fernbeziehung funktioniert trotzdem, denn es ist echte Liebe. Vier, fünf Mal pro Saison macht sich der 51-Jährige aus der schottischen Hauptstadt Edinburgh auf den Weg zu seiner Borussia nach Dortmund, so wie inzwischen viele Fußballfans aus Großbritannien. Zum Derby ist er mit vier Freunden mit dem Flieger über Hamburg nach Dortmund angereist.

Als Sohn eines britischen Soldaten ist er in Dortmund geboren und hat seine ersten Lebensjahre hier verbracht. Schnell entwickelte sich seine Liebe zum BVB: „Mein Großvater hat mich damals mit ins Westfalenstadion genommen. Als ich das erlebte, die Stimmung, die ganze Atmosphäre, da war ich Fan“, erzählt er am Samstagnachmittag vor dem Derby im Biergarten in der Roten Erde.

Blau-weiße Flagge, schwarz-gelbes Herz

Andy King ist ein robuster Typ, in die kurzen Haare auf dem Kopf und den Drei-Tage-Bart mischen sich graue Haare. Sechs Grad Außentemperatur zum Trotz trägt er ein kurzärmliges Poloshirt, das sich über einen Bauch spannt, dem man ansieht, dass Andy gerne Bier trinkt. Er vereint zwei Farben, die im Ruhrgebiet eigentlich nicht zusammenpassen: Die blau-weiße schottische Flagge und ein schwarz-gelbes Herz. Über sich selbst sagt er: „Ich bin Schotte, aber auch Westfale.“

Irgendwann ging es für ihn nach Edinburgh, den BVB behielt er weiter im Herzen. 2009 gründete er mit seinem Kumpel Kenny die Edinburgh Borussen. Seit fünf Jahren sind sie ein offizieller Fanclub und können sich über den Verein Karten beschaffen.

Schwarzgelbe Schotten fiebern mit dem BVB mit

Andy King (links): „Ich bin Schotte, aber auch Westfale.“


Abwechselnd fahren sie zu den Heimspielen. „Das sind immer tolle Fahrten. Fußball, Freunde, Bier. Wir hatten noch nie ein schlechtes Wochenende“, sagt Andy King und lacht. Meistens übernachten sie bei Freunden. Viele haben schottische Wurzeln und sind ehemalige Soldaten oder Soldatenkinder wie Andy. Einige gingen zurück nach Schottland, andere sind geblieben und besuchen regelmäßig den BVB. Ein paar von Andys Landsleuten stehen ein paar Meter weiter, stilecht im Schottenrock.

Wenn Andy nicht in Dortmund ist, schaut er mit Freunden in einer Kneipe in Edinburgh. 10 bis 15 Leute sind sie meistens. So lange können sie das aber noch gar nicht. Zuvor wurden die Spiele nicht übertragen.

1000 Fans jedes Heimspiel

Das Interesse für deutschen Fußball ist erst in den letzten Jahren größer geworden. Mehr als 1000 britische Fußballfans besuchen jedes Heimspiel den BVB, berichtete 2014 die BBC. „In Schottland sind die Tickets teuer, es gibt nur Sitzplätze, kein Bier und die Qualität der Liga ist schlecht. Sie ist langweilig. Celtic Glasgow hat seit Mai 2016 kein Meisterschaftsspiel mehr verloren“, erklärt King.

Langeweile sollte ihn beim 4:4 der Borussen gegen Schalke nicht erwarten, leider aber auch kein Sieg seines geliebten BVB.

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