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Gewerbepark Hansa

Dokom-Rechenzentrum bleibt in der Kritik

Huckarde Das Dokom-Rechenzentrum im Gewerbepark Hansa in Huckarde sorgt mit seiner schlichten Betonfassade weiter für Diskussionen. Auch die Politik vor Ort protestiert gegen die Fassadengestaltung, die nach Ansicht von Kritikern gegen Gestaltungsvorgaben verstößt. Doch es ist Besserung in Sicht.

Dokom-Rechenzentrum bleibt in der Kritik

Ein paar Alibi-Ziegel gibt es am Dokom-Rechenzentrum in Huckarde. Ansonsten dominiert der nackte Beton bei dem Neubau im Gewerbepark Hansa. Foto: Oliver Schaper

Die Einweihung des neuen Rechenzentrums der Stadtwerke-Tochter Dokom21 fand schon Mitte Oktober statt. Die Gemüter über die Gestaltung des Gebäuderiegels am Südrand des Gewerbeparks Hansa in Huckarde haben sich aber immer noch nicht beruhigt.

„Absolut katastrophal für die Entwicklung des Gewerbeparks“, findet Rolf Hahn den Neubau. Der frühere Ratsherr und Gründungsgeschäftsführer der EDG hat selbst zur Entwicklung auf dem früheren Zechengelände beigetragen. Mit mehreren Mitstreitern aus Huckarde hat er das frühere Schalthaus der Zeche umgebaut, das heute Sitz eines Bertelsmann-Tochterunternehmens ist. Die Gestaltung der alten Zechenbauten ist Vorbild für die Neubauten im Gewerbepark Hansa. Nach einem Investorenhandbuch, das laut Titel „Grundlage für den Kaufvertrag“ für die Grundstücke ist, sollen die Fassaden im „straßenzugewandten Bereich“ mit Ziegelelementen, Glas, Putz oder Metall gestaltet werden. Sichtbeton ist tabu.

Beton-Optik an der Durchgangsstraße

Was im Fall des Dokom-Rechenzentrums der „straßenzugewandte Bereich“ ist, darüber lässt sich streiten. An der Straße Fallgatter, eine wenig befahrene Sackgasse, die aber offizielle Adresse des Gebäudes ist, gibt es unter der nackten Betonwand eine dezente Ziegelecke. Von der viel befahrenen Durchgangsstraße Hülshoff, an der auch die alten Zechenbauten liegen, ist das Dokom-Rechenzentrum nur als nackter, grauer Betonklotz auszumachen.

„Eine Karikatur der städtischen Gestaltungswünsche“ nannte ein Nachbar das neue Rechenzentrum.

Und die Anlieger im Gewerbepark sind nicht die einzigen, die sich über die schlichte Architektur ärgern. Rolf Hahn äußerte seinen Unmut öffentlich während einer Rede von Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei einer Ausstellungseröffnung auf der Kokerei Hansa. Sierau, selbst Stadtplaner, deutete an, dass sich auch seine Begeisterung in Grenzen hält. Er habe sich gefragt, ob der Bau im Gestaltungsbeirat beraten wurde, sagte der OB.

Kritik im Gestaltungsbeirat an erstem Entwurf

Der Gestaltungsbeirat, in dem Experten aus Architektur und Stadtplanung gemeinsam mit Politik und Verwaltung über Neubauten beraten, hat sich durchaus mit dem Dokom-Rechenzentrum beschäftigt. Der hier im Mai 2016 vorgestellte Entwurf sah eine Putzfassade und vertikale Ziegelbänder an der kompletten Außenfront vor, stieß allerdings nicht auf Beifall.

Der Entwurf war „relativ stark dekoriert“, erklärt die Beiratsvorsitzende Prof. Christa Reicher. „Das fanden wir wenig überzeugend.“ Dass es ein unbelebtes Rechenzentrum sei, sollte auch nach außen erkennbar sein. Stattdessen habe man großen Wert auf die Freiraum-Gestaltung gelegt. Die Stadtplanerin macht kein Geheimnis daraus, dass sie den Gewerbepark generell für ungeeignet für „so eine introvertierte Kiste“ hält. „Ich finde die Nutzung an dieser Stelle schwierig“, sagt Reicher.

Dokom-Rechenzentrum schafft Sicherheit für Dortmunder Unternehmen

In der Tat war auch in Huckarde Kritik daran geäußert worden, dass mit dem Rechenzentrum, in dem Daten von Dokom-Firmenkunden gesichert werden, kein einziger neuer Arbeitsplatz im Gewerbepark entsteht. Bei NRW-Urban als Grundstücksverkäufer verweist man auf den Wunsch und die Vermittlung der städtischen Wirtschaftsförderung. Man betrachte das Thema Arbeitsplätze globaler, sagt dazu Wirtschaftsförderungs-Sprecher Robert Litschke. Schließlich schaffe das Rechenzentrum Sicherheit für Dortmunder Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen. Und der Standort in Huckarde sei Ergebnis einer langen Suche.

Ein Jahr lang habe man einen Standort gesucht, bestätigt Dokom-Marketing-Chef Markus Isenburg. Schließlich seien spezielle Bedingungen zu erfüllen gewesen – keine Flughafen-Einflugschneise, keine Gefahr von Erschütterungen und die Nähe zur eigenen Glasfaser-Trasse nennt er als Beispiele. Bei der Fassadengestaltung verweist Isenburg auf die Beratung im Gestaltungsbeirat. „Der hat es so freigegeben“, sagt er. In der Tat gab es im Gestaltungsbeirat eine Wiedervorlage des überarbeiteten, aus Sicht der Kritiker „verschlimmbesserten“ Entwurfs, der dann aber nicht näher beraten wurde.

Städtebauliche Qualität

Das tat stattdessen die Bezirksvertretung Huckarde – nach der Einweihung des Neubaus. Schon im Mai 2016 war dort ein Bau in dunkelgrauer Metallic-Optik im Gewerbepark auf Kritik gestoßen. Weil die Gestaltungsvorgaben nicht Bestandteil des Bebauungsplans seien, habe man bei der Erteilung der Baugenehmigung darauf keinen Einfluss mehr, erklärte Planungsdezernent Ludger Wilde. Künftig sollten aber alle Bauvorhaben im Gewerbegebiet Huckarde im Beirat beraten werden – um „die städtebauliche Qualität weiterhin zu sichern“, teilte Wilde den Bezirksvertretern schriftlich mit. Dass dies beim Dokom-Bau nicht gelungen ist, darüber waren sich die Bezirksvertreter bei ihrer Sitzung Anfang November einig. Einstimmig wurde die Verwaltung aufgefordert, „dafür Sorge zu tragen, dass bei dem Bau die Vorgaben des Investorenhandbuchs auch tatsächlich umgesetzt werden“.

Man sei in Gesprächen mit Dokom21, versichert Wilde auf Anfrage. Das bestätigt Markus Isenburg. „Wir sind bereit, nachzubessern“, erklärt er. Neue Ideen dafür und das eingeforderte Konzept zur Grüngestaltung habe man schon mit der Verwaltung abgestimmt. Im Dezember werden die Pläne vorgestellt – im Gestaltungsbeirat.

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