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Grundschulen

Streit um den 12-Uhr-Bus

Schermbeck "Einsparung von Geldern zulasten der Jüngsten", wirft Ulrike Trick (Grüne) Bürgermeister Mike Rexforth vor. Der kontert, Trick würde die Bürgerinnen und Bürger täuschen. Worum es geht? Mit Beginn des Schuljahres wurde die Busfahrt um 12 Uhr eingestellt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Streit um den 12-Uhr-Bus

Kinder steigen in einen Schulbus

Was wirft Trick Rexforth vor? Die Fraktion der Grünen lege großen Wert darauf, dass die Streichung der 12-Uhr-Rückfahrtmöglichkeit für Grundschüler nicht im Schulausschuss beschlossen wurde, so Trick. Rexforths Konter: „Frau Trick, Sie sagen nachweislich die Unwahrheit.“ Der einstimmige Beschluss im März habe den Passus enthalten: „Nach Gesprächen mit den Schulleiterinnen haben beide Grundschulleitungen zugesichert, dass ab dem Schuljahr 2017/2018 (30.8.2017) die Schulendzeiten derart gelegt werden, dass lediglich je Schultag nur zwei Rückfahrten für die Grundschulen notwendig sind.“ Trick entgegnet, dass der Ausschuss getäuscht worden sei. Denn mit diesem Passus sei „keineswegs gesagt, dass Erstklässler nach Schulschluss noch eine weitere Stunde darauf warten müssen, nach Hause zu kommen“.

Um wie viele Kinder geht es überhaupt? Sieben sind es laut Schulleiterin Jessica Steigerwald an ihrer Gemeinschaftsgrundschule insgesamt: dienstags fünf, mittwochs sieben. Sie habe den Stundenplan so gelegt, dass es möglichst wenige Kinder sind. Im zweiten Halbjahr werden es wohl noch weniger Kinder sein, da Englisch im Stundenplan der ersten Klassen hinzukomme. Judith Nikolei, Leiterin der Maximilian-Kolbe-Schule, schätzt die Zahl an ihrer Schule auf etwa zehn.

Wie verbringen die Kinder die Wartezeit? „Die streunen nicht unbetreut über den Schulhof“, sagt Judith Nikolei. Die Kinder seien versorgt, würden in andere Klassen gehen und dort etwa nach Absprache mit den Eltern Hausaufgaben machen. „Bei schönem Wetter wird draußen gespielt“, sagt Steigerwald, aber auch Hausaufgaben-Machen oder Malen sei möglich. Die Kinder seien aber immer beaufsichtigt.

Gab es Proteste seitens der Eltern? „Nein“, sagt Steigerwald. Man werde aber noch einmal gezielt die Eltern betroffener Kinder ansprechen. Von einigen wisse sie, dass sie es schätzten, dass die Kinder verlässlich bis 1 Uhr betreut werden. Nicolei hat nur von einem Fall mitbekommen, bei dem sich eine Mutter negativ über den wegfallenden Bus geäußert habe.

Wie viel spart die Gemeinde durch die wegfallende Buslinie? Trick sagt, die Gemeinde habe ihr gegenüber die Summe auf 18 000 Euro beziffert.

Wie beurteilen die beiden Schulleitungen die wegfallende Buslinie? „Das ist kein Drama“, sagt Steigerwald, die zu bedenken gibt, dass für die wenigen betroffenen Kinder drei Busse (Gahlen, Rüste und Uefte) eingesetzt werden müssten. Es könne so tatsächlich sein, dass nur ein Kind im Bus sitze. Als „nicht Drama verdächtig“ schätzt auch Nikolei die Angelegenheit ein. „Die Sachargumente der Gemeinde kann ich verstehen.“ Alles sei im Vorfeld besprochen worden. Und es sei ja auch im Ausschuss beschlossen worden, dass die Regelung bei „Not am Mann“ verändert werden könne. Zitat des Beschlusses: „Bei besonderen Ereignissen oder Notfällen (massiver Personalausfall oder ähnliches) ist eine dritte Rückfahrt jedoch grundsätzlich möglich.“ Nikolei sagt allerdings auch, dass für die Betreuung der Kinder in den Stunden kein zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt werde.

Holen viele Eltern ihre Kinder jetzt mit dem Auto ab? Das vermutet Ulrike Trick, weshalb der Hinweis des Bürgermeisters auf „umweltpolitische Gesichtspunkte“ nicht zutreffe. Bestätigen können die beiden Schulleiterinnen das aber nicht und sprechen von Einzelfällen. „Nötig ist das nicht“, sagt Nicolei.

Welche Lösung schlägt Trick vor? „Wenn man für ein oder zwei Kinder keinen Bus fahren lassen möchte, muss man sich eben innovative Lösungen einfallen lassen, z.B. den Einsatz eines Taxis.“

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