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Veranstaltung zur Reichspogromnacht

Schüler pflegen die Erinnerung

Dorsten Eine Gedenkfeier am Donnerstagabend im Garten des Jüdischens Museums erinnerte an die Opfer der Pogromnacht vor 79 Jahren.

Schüler pflegen die Erinnerung

Stellvertreter der neuen Paten für die Stolpersteine (St.-Ursula-Gymnasium und Gesamtschule Wulfen) legten zur Erinnerung an die Pogromnacht vor 79 Jahren am Gedenkstein im Garten des Jüdischen Museums das Blumengesteck der Stadt nieder. Foto: Anke Klapsing-Reich Foto: Foto: Anke Klapsing-Reich

Juden wurden überfallen, beraubt, verschleppt, gedemütigt, ermordet – der Opfer des 9. November 1938, der sogenannten Reichspogromnacht, gedachten im Garten des Jüdischen Museums Vertreter des Stadtrates und zahlreiche Bürger in einer kleinen Feierstunde.

Vierte traumatisierte Generation

„Dieses Ritual ist sinnvoll, wenn es der bewussten Selbstbeunruhigung dient“, zitierte Museumsleiter Dr. Norbert Reichling den Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Volkhard Knigge. Die Gräuel der NS-Verbrechen reichten weit über die Opferzahlen hinaus, bis in die vierte traumatisierte Generation der Opferfamilien hinein. „Es gilt auch heute, immer wieder neu zu befragen, was zu tun bleibt, um ein humanes Miteinander zu schaffen, wo jeder ohne Angst zu haben, verschieden sein kann“, so Reichling.

Anlässlich des Gedenktages wurde auch ein „Generationenwechsel“ offiziell bestätigt: Die Frauen für den Frieden, die 2004 die Gedenkaktion „Stolpersteine“ in unserer Stadt initiierten – 38 Steine sind heute verlegt und erinnern an ehemalige jüdische Familien in Dorsten – übergaben die Betreuungspatenschaft an Vertreter des St.-Ursula-Gymnasiums und der Gesamtschule Wulfen.

Dank für den Einsatz

„Ich danke den Frauen für den Frieden für ihren Einsatz und bin froh, dass es junge Menschen in unserer Stadt gibt, die stellvertretend für ihre Schule die Erinnerungskultur weiter verantwortlich pflegen“, überreichte Bürgermeister Tobias Stockhoff den Schülern Urkunden, die die neue Patenschaft offiziell bestätigen.

Die Steine müssen regelmäßig gesäubert werden, damit sie als „blinkende Erinnerung“ den Opfern ihre Namen zurückgeben. „Bückt euch und lest“, sagte Ulrike Mattheus-Robbert (Frauen für den Frieden) und regte die Erstellung einer kleinen Broschüre an, in der alle in Dorsten verlegten Stolpersteine mit den dahinter steckenden Schicksalen aufgelistet sind.

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