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Diskussion im Ausschuss

Castroper Marktplatz bleibt Streitthema

CASTROP-RAUXEL Wie gut ist der Markt in Castrop-Rauxel tatsächlich aufgestellt? Die einen feiern ihn, die anderen rümpfen die Nase. Und beide Reaktionen gelten nicht nur für den Weihnachtsmarkt. Das wurde in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsentwicklung deutlich. Aber wo liegen die Gründe? Und wie lassen sich die Probleme lösen?

Castroper Marktplatz bleibt Streitthema

Auf dem Marktplatz herrscht seit dem Aufbau des Weihnachtsmarkts Parkplatznot. Laut Casconcept-Mitglied Winfried Radinger herrscht häufig sogar ein regelrechtes Chaos. Doch das ist nicht das einzige Problem, das ihm und seinen Mitstreitern Kummer bereitet. Foto: Felix Püschner

Wenn es um die Marktsituation in Castrop-Rauxel geht, dann gehen die Meinungen durchaus auseinander – man pendelt zwischen Euphorie und Frustration. Auf der einen Seite EUV-Chef Michael Werner, auf der anderen Händler wie Apotheken-Inhaber Winfried Radinger. Beide trafen am Dienstag im Ausschuss für Wirtschaftsentwicklung aufeinander.

Die Situation auf den Wochenmärkten sei stabil. Zumindest was die Anzahl der Marktbeschicker betrifft, sei man gut aufgestellt, wie Werner erklärte: 35 bis 40 kämen durchschnittlich in die Altstadt, in Ickern präsentierten freitags gut 25 und dienstags 10 Aussteller ihre Waren. „Wir wünschen uns, dass das so bleibt. Das eröffnet uns die Möglichkeit, auch andere Formate anzubieten“, so Werner, der damit den Bogen zum Weihnachtsmarkt schlug.

„Es herrscht Chaos“

Auf dem gibt es besagte Neuerungen bekanntermaßen bereits – etwa durch die Umstellung der Scheune und den Aufbau der Schlittschuhbahn sowie ein grundsätzlich größeres Angebot. Vor allem die Schlittschuhbahn komme bei den Besuchern gut an. Allein am Volkstrauertag hätten rund 300 Besucher die neue Attraktion genutzt. „Die Bürger suchen also nach Angeboten“, so Werner, der gleich noch zwei weitere Wünsche hinterher schob: mehr Beleuchtung und ein großer Weihnachtsbaum. Und da sei man zuversichtlich, wenngleich „alles mit dem Geld steht und fällt.“

CASTROP-RAUXEL Klar, eine Attraktion steht beim Weihnachtsmarkt in diesem Jahr besonders im Mittelpunkt: die Schlittschuhbahn. Allerdings ist das nicht die einzige Premiere in der Altstadt von Castrop-Rauxel. Eine Übersicht.mehr...

In diese Lobeshymne wollte Winfried Radinger von Casconcept nicht mit einstimmen. „Es herrscht Chaos“, betonte Radinger mit ernstem Blick – und bezog sich damit ebenfalls auf die „Aufstellung“ – allerdings im wörtlichen Sinne. Für Kopfschütteln sorgt bei ihm unter anderem die Parkplatzsituation an der Mühlenstraße. Die Aufbauten auf dem Marktplatz seien größer als ursprünglich angekündigt ausgefallen – und damit etwa 15 Parkplätze mehr als geplant weggefallen. Nicht gerade gute Nachrichten für die ansässigen Händler und ihre Kundschaft.

Auswertung erfolgt erst im nächsten Jahr

Gravierend sei zudem das Parkverhalten. Weil nicht erkennbar sei, dass auf dem Parkplatz eine Durchfahrtsregelung herrscht, blockierten immer wieder Fahrzeuge die Ausfahrt. „Da bringen auch Halteverbotsschilder nichts. Wir brauchen da eine andere Lösung“, forderte Radinger. Für die will die Stadt nun sorgen. Dass der Aufbau nicht von allen Seiten auf Zustimmung stößt, ist auch dem EUV klar. „Wir haben schon alles gehört: Es gebe zu wenige Stände, die Eisbahn sei zu klein. Da gibt es ganz unterschiedliche Reaktionen. Das Angebot ist auf jeden Fall größer als in den Jahren zuvor“, erklärte Werner. Und die Zeit sei auch noch nicht reif für ein Fazit. Man wolle sich im nächsten Jahr mit allen Beteiligten zusammensetzen, um ein solches zu ziehen.

Klare Worte wünscht sich Radinger aber nicht nur in Bezug auf den Weihnachtsmarkt. Auch die Situation des Wochenmarkts bereite vielen Casconcept-Mitgliedern Kummer. Der Ratsbeschluss, das Marktgeschehen vom Simon-Cohen-Platz noch mehr zum Reiterbrunnen zu verlagern und in diesem Zusammenhang vor allem den Boulevard stärker zu bespielen, sei immer noch nicht wie angekündigt umgesetzt worden, so Radinger im Ausschuss. Viele Händler hätten dadurch Nachteile – von den leeren Ladenlokalen am Marktplatz ganz zu schweigen.

Bochumer Markt könnte als Vorbild dienen

Der Kritik des Casconcept-Vorstandes folgte ein Kopfnicken der Ausschuss-Mitglieder. Ein nächster jour fixe im kommenden Jahr soll Klarheit bringen.

Bis dahin könnte eine weitere Option konkreter werden. Ein zusätzlicher Wochenmarkt nach dem Vorbild des Moltkemarkts in Bochum, der immer freitags von 16 bis 20 Uhr stattfindet, erscheint zunehmend interessant – auch für die Ausschuss-Mitglieder, die der Nachbarstadt zeitnah einen Besuch abstatten wollen, um das Konzept genauer in Augenschein zu nehmen. Winfried Radinger würde das durchaus begrüßen: „Das ist dort ein echter Treffpunkt und es wäre auch keine Konkurrenz für unseren bisherigen Wochenmarkt. Im Bereich um den Reiterbrunnen wäre das sicherlich eine gute Sache.“

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