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Heftige 17:35-Pleite

Schock sitzt tief beim BVB - Suche nach Ursachen läuft

DORTMUND BVB-Trainerin Ildiko Barna und Abteilungsvorstand Andreas Heiermann waren auch am Donnerstag noch darum bemüht, die passenden Worte für das zu finden, was doch irgendwie kaum zu beschreiben war. Von einer „Blamage“ war da schnell die Rede, einem „sportlichen Offenbarungseid“ oder einer „Katastrophe“, und all diese Einschätzungen gehörten wohl noch zu den freundlicheren Formulierungen, die der Leistung der Borussia beim neuen Tabellendritten TuS Metzingen gerecht werden dürften.

Schock sitzt tief beim BVB - Suche nach Ursachen läuft

Auch Nadja Mansson konnte nicht ihr gewohntes Leistungsniveau abrufen. Foto: Stummbillig

„Uns war natürlich bewusst, dass es bei diesem starken Gegner schwierig werden würde“, sagte Heiermann rückblickend, „aber das wir dort dermaßen untergehen, damit habe ich nicht gerechnet.“ Das, womit Andreas Heiermann nicht gerechnet hatte, liest sich in Zahlen relativ nüchtern: Nach 60 Minuten stand ein 17:35 (7:16) auf der Anzeigetafel. Was allerdings weitaus alarmierender war als das nackte Ergebnis, war der Auftritt selbst, der nun Fragen nach dem wahren Leistungsvermögen der Schwarzgelben aufwirft.

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Wie ist ein Einbruch wie dieser zu erklären? Reicht es für die internationalen Plätze? Und ist der Kader wirklich so stark, wie er es vor der Saison erahnen ließ? „Das Allerwichtigste ist nun, dass wir die Sachlichkeit wahren und alles erst einmal in Ruhe analysieren“, kündigte Heiermann an. „In Panik zu verfallen wäre der völlig falsche Weg.“ Auch Barna schlug vorerst leisere Töne an, will in der wegen der WM (1. bis 17. Dezember) spielfreien Zeit mit ihren Spielerinnen „viele Einzelgespräche führen“ und Fehleranalyse betreiben. „Draufzuhauen bringt in einer solchen Situation nichts“, sagte die Trainerin nach einer kurzen Nacht „mit wenig und dazu noch schlechtem Schlaf“.

Wunden aufgerissen

Klar ist: Die Niederlage gegen Metzingen hat Wunden aufgerissen in Dortmund, die nach der ebenfalls deutlichen 21:30-Niederlage beim Buxtehuder SV trotz durchwachsener Leistung und dem packenden Pokal-Fight gegen Bietigheim zumindest teilweise geschlossen schienen. Wieder startete der BVB unkonzentriert, lag schnell mit 0:4 zurück und wirkte unerklärlich apathisch. Auch nach einer anschließenden Auszeit blieb die Partie einseitig, die Borussia offenbarte ungeahnte Lücken in der Abwehr. Beim Stand von 1:7 „hatte ich das erste Mal in meiner Zeit in Dortmund das Gefühl, dass wir es nicht schaffen, wieder aufzustehen“, sagte Barna resignierend. An Namen will sie die Pleite nicht festmachen. „Wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen, und da nehme ich mich nicht raus.“

Metzingen Bundesligist Borussia Dortmund kassiert beim Verfolgerduell in Metzingen eine 17:35 (7:16)-Pleite. Die Trainerin ist schwer enttäuscht. „Meine Spielerinnen haben irgendwann im Kopf aufgegeben“, sagt sie.mehr...

Konkreter wurde da Andreas Heiermann. „Unsere vermeintlichen Leistungsträgerinnen hängen derzeit einfach durch“, sagte der Abteilungsvorsitzende. „Nadja Mansson hängt durch, Svenja Huber und Anne Müller sind nicht in Topform, und Clara Woltering hat Probleme mit der Hand – das macht es uns momentan so schwer.“ Als Angriff auf die Spielerinnen wollte er seine Äußerungen indes nicht wissen. Solche Formkrisen müsse man Sportlern zugestehen, „wir müssen nun herausfinden, woran das liegt und wie wir ihnen helfen können“.

Als positiv sehen sowohl Heiermann als auch Barna die anstehende WM-Pause. „Da können wir den Reset-Schalter drücken und uns neu aufstellen“, hofft Heiermann. Und dann die Saison vielleicht in die richtigen Bahnen lenken, trotz des durchwachsenen Starts mit 7:5 Punkten.

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