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Schenkung: Sammler Brabant gibt Vorgeschmack in Schwerin

Schwerin. Seinen ersten Pechstein stotterte Frank Brabant als junger Versicherungsangestellter ab, für seinen ersten Kirchner verzichtete er auf den erträumten VW Käfer. Heute umfasst seine private Sammlung mehr als 600 Werke der Moderne. Einen Teil zeigt er in Schwerin.

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Der Kunstsammler Frank Brabant (2.v.r.) in der Ausstellung. Foto: Jens Büttner

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„Isabel“ von Johannes Grützke ist Teil der Gemäldesammlung des Kunstsammlers Frank Brabant. Foto: Jens Büttner

Der Kunstsammler Frank Brabant, dessen Kollektion mit rund 600 Werken der Moderne nach seinem Tod an Museen in Schwerin und Wiesbaden gehen wird, gibt in Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt einen Vorgeschmack auf das zu erwartende Erbe.

Unter dem Titel „Von Beckmann bis Jawlensky“ präsentiert das Staatliche Museum Schwerin von Freitag an rund 150 Bilder aus der hochkarätigen Sammlung, die der 79-Jährige seit den 1960er Jahren zusammengetragen hat.

Brabant wurde 1938 in Schwerin geboren, ging in den 1950er Jahren in den Westen und lebt heute in Wiesbaden. An den Wänden seiner 150 Quadratmeter großen Dachgeschosswohnung schimmert kaum ein Stück Tapete durch, so dicht hängen die Kostbarkeiten. Der Katalog zur Ausstellung gewährt Einblicke: An Dachschrägen und Türen, selbst vor Fenstern und im Bad hat Brabant seine Lieblinge angebracht. Inhaltliche Schwerpunkte der Sammlung sind der Expressionismus und die Neue Sachlichkeit.

Neben großen Namen wie Lovis Corinth, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Otto Dix, Franz Marc und A. R. Penck hat der Sammler, der 30 Jahre lang mit Diskotheken sein Geld verdiente, auch Maler der sogenannten verschollenen Generation zusammengetragen. In seiner Kollektion sind dadurch auch weitgehend unbekannte Künstler vertreten, die in den 1930er Jahren aus Deutschland emigrieren mussten oder im Zweiten Weltkrieg ihr Leben ließen. Dazu gehören etwa Johannes Wüsten, der 1943 in einem NS-Gefängnis starb, Erich Borchert, der 1944 in einem sowjetischen Straflager ums Leben kam, Rudolf Bauer, der 1936 in die USA emigrierte, oder Paul Kleinschmidt, der in die Niederlande und später nach Frankreich emigrieren musste.

„Sie sind gut und zu Unrecht vergessen worden“, sagte Brabant am Mittwoch in Schwerin bei der Vorstellung der Schau, die bis zum 18. Februar 2018 im Staatlichen Museum gezeigt wird.

Frank Brabant will seine Kunstsammlung nach seinem Tod je zur Hälfte dem Museum Wiesbaden und dem Staatlichen Museum Schwerin schenken, das hat schon vor Jahren erklärt. Die Ausstellung in Schwerin zeigt etwa die Hälfte der Werke, die die Sammlung des Staatlichen Museums in Zukunft ergänzen werden. „Die Schenkung von Frank Brabant schließt große Lücken“, sagte Direktor Dirk Blübaum. Bisher besitze das Museum nur wenige Werke des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit.

Das Museum Wiesbaden stellt in einer Ausstellung im Sommer 2018 seinen Teil der Sammlung vor, wie es hieß. Zu beiden Ausstellungen erschien ein gemeinsamer Katalog, der die Sammlung Frank Brabant als Ganzes würdigt. Darin würden nicht nur die Kunstwerke vorgestellt, sondern auch die Vernetzung der Künstler und Gruppierungen untereinander.

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Der Kunstsammler Frank Brabant (2.v.r.) in der Ausstellung. Foto: Jens Büttner

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„Isabel“ von Johannes Grützke ist Teil der Gemäldesammlung des Kunstsammlers Frank Brabant. Foto: Jens Büttner

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