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Nach Königsklasse: RB Leipzig besser als Bayern

Leipzig. Mit dem 2:0 gegen Bremen verbuchen Werner und Co. 13 Punkte aus den Spielen, die sie im Anschluss an ihre Champions-League-Partien bestritten. Eine bessere Bilanz als die erfahrenen Bayern. „Uns gelingt es, fokussiert zu bleiben“, meint Trainer Hasenhüttl.

Nach Königsklasse: RB Leipzig besser als Bayern

Leipzigs Spieler bedanken sich nach dem 2:0 gegen Werder bei den Fans. Foto: Jan Woitas

Von wegen stressige Doppel-Belastung: Das junge Team von RB Leipzig ist zumindest in einem Punkt derzeit besser als der FC Bayern.

Nach dem 2:0 (1:0) gegen stark aufspielende Bremer hat RB im Bundesliga-Alltag nach Champions-League-Auftritten 13 Zähler geholt - keine der fünf Partien ging verloren. „Es war diese Woche das große Thema bei den Jungs, dass wir die Spiele nach der Champions League gewinnen, mit Mentalität und Willen“, sagte Trainer Ralph Hasenhüttl.

Da die Bayern mit 1:2 in Mönchengladbach verloren, kommen sie in der Bilanz nur auf zehn Punkte. Wichtiger aber für die Sachsen ist der auf drei Punkte geschmolzene Liga-Rückstand auf den Rekordmeister.

RB widerlegte auch gegen Werder die Aussagen von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der sich im Mai noch ganz sicher war: Leipzig könne es „nicht nur mit jungen Leuten schaffen, wenn man dreimal die Woche spielt“. Nun mischt der Emporkömmling aus Sachsen als erster Verfolger in der Bundesliga weiter mit und wird im Europapokal zumindest überwintern.

Vier Tage nach dem 4:1-Gala-Auftritt in Monaco stand bei den Leipzigern zudem wieder die Null. „Auch wenn es ein Arbeitssieg ist, es ist relativ egal. Wichtig ist, solche Spiele zu gewinnen. Unsere Defensive hat gut funktioniert“, sagte Torhüter Peter Gulacsi, der letztmalig sein Tor am 21. Oktober beim 1:0 gegen den VfB Stuttgart sauber gehalten hatte. Das ist immerhin sechs Pflichtspiele her.

Zwar wollte Hasenhüttl gewohnt in großer Zahl rotieren, doch nach der letzten Trainingseinheit entschied er anders. Er setzte primär auf eingespielte Abläufe und wollte frische Kräfte lieber im späteren Spielverlauf bringen. Dieser Plan ging auf. „Wir müssen in solchen Spielen auf alles zurückgreifen, was noch im Tank ist. Die Jungs, die dann auf dem Platz stehen, machen es auf eine tolle Art und Weise“, lobte er sein im Durchschnitt 24,5 Jahre altes Team.

So kam Bernardo für den muskulär im Oberschenkel angeschlagenen Neu-Nationalspieler Marcel Halstenberg und sorgte mit seinem dritten Schussversuch innerhalb von drei Minuten für die Entscheidung in der 87. Minute. „Ich bin überglücklich. Mein Vater hat kein Tor in der Bundesliga gemacht, es war das erste Tor für unsere Familie“, sagte der Brasilianer. Sein Vater spielte einst unter Trainer Jupp Heynckes bei den Bayern. Das 1:0 hatte Naby Keita (34.) mit einem präzisen Schuss aus 20 Metern erzielt.

Etwas unter Wert wurden die Bremer geschlagen. Auch wenn sie erst in der 58. Minute per Fallrückzieher von Fin Bartels den ersten richtigen Schuss aufs Tor brachten. Die Leistung lässt im Abstiegskampf hoffen. „Wir sind hier mutig aufgetreten. Daher war ich grundsätzlich mit unserer Leistung zufrieden, mit dem Ergebnis aber nicht“, sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt. „Respekt vor der Leistung der Bremer. Werder hat uns heute vor Probleme gestellt. Wir sind nicht so in unser Umschaltspiel gekommen. Es war das erwartet schwere Spiel“, lobte Hasenhüttl die Gäste aus dem Norden.

Ob Bayern-Jäger oder nicht, der beste Neuling der Bundesliga-Historie bleibt daheim ungeschlagen. „Wir schauen nicht so oft auf die Tabelle“, meinte Kapitän Willi Orban und staunt selbst über die Leichtigkeit, „weil es mental nicht so einfach ist, alle drei Tage so hochzufahren“.

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