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Lang lebe der Groove: Leroy Hutson und Bootsy Collins

Berlin. Stets im Schatten der großen Black-Music-Stars, aber doch hoch respektiert und einflussreich: Ein Karriere-Rückblick auf Leroy Hutson und das neue Funk-Monster von Bootsy Collins.

Beide gehören nicht zu den weltbekannten Helden der schwarzen Musik, und doch sind Leroy Hutson (72) und William „Bootsy“ Collins (66) essenziell für Soul und Funk. Im Herbst erschienen zwei Alben, die das unterstreichen.

„Anthology: 1972-1984“ (Acid Jazz/Pias) von LEROY HUTSON ist eine sehr hörenswerte Kompilation der auf einige Jahre in den 70ern und 80ern beschränkten Solo-Erfolge des Sängers, Songschreibers und Produzenten aus New Jersey. Nach Lehrjahren im Umfeld von Donnie Hathaway, mit dem er den sozialkritischen Soul-Jazz-Hit „The Ghetto“ schrieb, ersetzte er 1971 Curtis Mayfield bei den Impressions und wandte sich bald einer eigenständigen Karriere zu. Diese deckt „Anthology“ nun mit 19 Tracks ab.

Hutson war nicht der große Soul-Erneuerer wie seine Zeitgenossen Marvin Gaye, Stevie Wonder oder Curtis Mayfield. Doch in seinem Sound finden sich Elemente von allen drei Legenden der schwarzen Musik, mit durchaus hochwertigen, keineswegs nur nachahmenden Songs. In späteren Jahren näherte sich Hutson auch mal dem Disco-Funk oder dem Soul-Jazz von Earth Wind & Fire. Sein über sieben Alben verteiltes Werk von „Love Oh Love“ (1973) bis „Paradise“ (1982) wird heute noch hoch respektiert.

In den 90ern zog sich Hutson aus dem Musikbusiness zurück und brachte erst 2009 als Lee Hutson sein Comeback-Album „Soothe You - Groove You“ heraus. Die wichtigsten Jahre dieses Künstlers aber bleiben die von 1972 bis 1984 - nun angemessen gewürdigt mit einer Zusammenstellung, die klingt wie aus einem Guss.

„World Wide Funk“ (Mascot) von BOOTSY COLLINS ist ein ganz anderes Kaliber. Hier geht es nicht um vergangene Großtaten, sondern um aktuelle Stücke des stets schrill gekleideten Bassisten der Bands von James Brown und George Clinton. Eine Unmenge von Gastmusikern, Sängern und Rappern wie Doug E. Fresh, Buckethead, Stanley Clarke, Eric Gales, Chuck D oder Bernie Worrell ließen es sich nicht nehmen, mit der seit den späten 60er Jahren aktiven P-Funk-Legende neue Grooves von der Leine zu lassen.

Sechs Jahre nach dem x-ten Comeback mit „Tha Funk Capital Of The World“ ist „World Wide Funk“ Bootsys zwölftes Studioalbum. Aufgenommen im „Bootzilla Re-Hab“-Studio in Cincinnati, führt der vielleicht einflussreichste Tieftöner der schwarzen Musik in 15 Tracks mehrere Sub-Genres in einer überwiegend heiß kochenden Mixtur zusammen. Manche R&B-Balladen sind zwar eher mau, aber die Uptempo-Stücke gleichen das zur Genüge aus.

„Ich wollte ein mystisches, funkiges Monster erschaffen, das es auch ins Radio schaffen würde“, sagt der phänomenale Bassist (ein großes Vorbild von Prince, dem Bootsy nun seinerseits nicht nur in „Bass-Rigged-System“ oder „Pusherman“ die Reverenz erweist). Herausgekommen ist das kommerziell vielversprechendste Soloalbum in der Karriere dieses verdienten Musikers. 

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