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Haftpflichtversicherung prüfen: Wann ein Wechsel lohnt

Berlin. Schon bei kleinen Unfällen können große Schäden entstehen. Spätestens dann freut sich der Verursacher über seine private Haftpflichtversicherung. Doch Versicherte sollten ihren alten Vertrag noch einmal überprüfen. Vielleicht lohnt ein Umstieg.

Ein umgeschüttetes Glas Wasser auf dem Laptop eines Freundes: Für solche Schäden muss der Verursacher in der Regel geradestehen. Das kann teuer werden. Deshalb raten die meisten Experten zu einer privaten Haftpflichtversicherung. Die lohnt sich heute offenbar mehr denn je.

Der Grund: Viele Haftpflichtversicherer haben ihre Verträge verbessert. Das geht aus dem jüngsten Vergleich von 218 privaten Versicherungen durch die Stiftung Warentest hervor. Insgesamt 90 Tarife bewerteten die Experten mit „sehr gut“. „Gut“ waren immerhin noch 89 Versicherungen, nur 12 Tarife waren „ausreichend“ oder „mangelhaft“.

Doch was hat sich konkret verbessert? „Vor allem ist die Versicherungssumme gestiegen“, erklärt Christoph Herrmann von der Stiftung Warentest. Viele Versicherer kämen für Schäden von bis zu zehn Millionen Euro auf. Manche zahlen sogar noch mehr.

Auch sind die Bedingungen besser geworden. Versicherer zahlen zum Beispiel unter Umständen auch, wenn ein Versicherungsnehmer als freiwilliger Helfer bei einem Umzug einen Schaden verursacht. Dabei gilt hier: „Für Schäden bei sogenannten Gefälligkeitshandlungen müssten Sie als Verursacher gar nicht haften“, sagt Herrmann.

Das Gleiche gilt auch für Schäden, die kleine Kinder verursacht haben. Bei solchen Fällen zahlen Versicherer heute etwas mehr als früher, so Herrmann. Ebenfalls neu bei vielen Versicherern: der Schutz für Drohnen und Flugmodelle.

„Sowohl die Konditionen für Kinder als auch für Drohnen sollte man aber immer mit dem Versicherer besprechen“, empfiehlt Claudia Frenz vom Bund der Versicherten. Außerdem sollten Versicherungsnehmer darauf achten, dass die Deckungssumme nicht weniger als fünf Millionen Euro für Sach-, Personen- und Vermögensschäden beträgt.

Für Mietschäden an Wohnräumen empfiehlt Frenz eine Mindestsumme von 500 000 Euro. Schäden durch häusliche Abwässer sollten ebenso eingeschlossen sein wie Umweltschäden durch das Risiko, dass gewässerschädliche Stoffe aus Dosen oder Kanistern austreten.

Jedoch können Verbraucher nicht alle Risiken in der privaten Haftpflichtversicherung abdecken. Für manche Fälle brauchen sie Extra-Schutz. Wer zum Beispiel einen Hund oder ein Pferd besitzt, sollte eine Tierhaftpflichtversicherung abschließen, rät Frenz. Haus- und Grundbesitzer benötigen zusätzlich eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.

Unverzichtbar ist der Expertin zufolge auch eine sogenannte Forderungsausfalldeckung. Die schütze Versicherungsnehmer vor dem Fall, dass sie jemand schädigt, der keine private Haftpflichtversicherung hat. In diesem Fall zahlt der Versicherer des Geschädigten.

Außerdem empfiehlt Frenz Versicherten, mit ihrem Versicherer einen sogenannten Selbstbehalt zu vereinbaren. „Sonst kann der Versicherer im Schadensfall schon wegen Bagatellschäden kündigen. Wir empfehlen daher einen Selbstbehalt zwischen 100 und 500 Euro“, sagt Frenz.

„Wenn der aktuelle Vertrag fünf Jahre oder älter ist, ist ein sehr guter Vertrag aus unserem aktuellen Vergleich höchstwahrscheinlich erheblich besser“, sagt Warentester Herrmann. Der günstigste „sehr gute“ Vertrag kostet nur 50 Euro im Jahr.

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