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Handball

Biegler hofft zum Abschied auf erfolgreiche Heim-WM

Leipzig Bundestrainer Michael Biegler gibt sein Amt nach der Heim-WM freiwillig ab. Mit den deutschen Handballerinnen erhofft sich der 56-Jährige, der zuvor nie im Frauenbereich gearbeitet hatte, eine perfekte Abschiedstour. Nervosität verspürt der Coach nicht. Sein Ziel lautet: Finalrunde in Hamburg.

Biegler hofft zum Abschied auf erfolgreiche Heim-WM

Ohne Nervosität, dafür mit Zuversicht zur WM: Handball-Bundestrainer Michael Biegler. Foto: dpa

Als DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld am 8. Februar 2016 an der Haustür von Michael Biegler klingelte, ahnte der Bundestrainer der deutschen Handball-Frauen noch nicht, dass dieser Besuch sein Leben in völlig neue Bahnen lenken würde. Knapp zwei Jahre später biegt Biegler bei der an diesem Freitag mit dem Auftaktspiel gegen Kamerun beginnenden Heim-WM auf die Zielgerade seiner Reise mit den Ladies, die er nach der Endrunde freiwillig verlässt. „Ich habe gar keine Bauchschmerzen“, sagte Biegler in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur: „Dass die WM eine Katastrophe wird, kann ich mir nicht vorstellen. Dafür ist die Mannschaft mittlerweile zu gefestigt.“

Heranführung an die internationale Spitze

Daran hat Biegler entscheidenden Anteil. Gemeinsam mit Sommerfeld hat der 56-Jährige die DHB-Frauen aus dem Mittelmaß herausgeholt und wieder an die internationale Spitze herangeführt. „Michael hat herausragende Arbeit geleistet. Wir sind auf einem guten Weg und schon weiter als gedacht“, lobte Sommerfeld den Coach.

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Dieser genießt auch bei den Spielerinnen hohes Ansehen. „Wir haben mit Michael Biegler seit 20 Monaten einen Trainer an der Seite, der hier Strukturen und Basics eingeführt hat, die für uns einfach greifen. Die Mannschaft hat sich in dieser Zeit weiterentwickelt“, erklärte Spielführerin Anna Loerper.

Biegler gibt Komplimente zurück

Biegler gibt die Komplimente gerne zurück. „Sie haben bisher einen tollen Job gemacht“, lobte er die Mannschaft. „Wir - Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld und ich - haben den Spielerinnen abverlangt, dem Projekt jeden Tag Energie zuzuführen, und sind begeistert davon, wie sie das gemacht haben.“

Trotz seiner hemdsärmeligen Art fand Biegler, der in seiner langen Trainerkarriere seit 1985 zuvor noch nie eine Frauenmannschaft betreut hatte, mit einer Mischung aus Fordern und Fördern schnell Zugang zum Team. Bei der WM soll sich die harte Arbeit auszahlen. Das Ziel ist Hamburg, wo die Medaillen vergeben werden. „Wir wollen alle das Erlebnis Hamburg genießen. Aber da kommen neun bis elf Teams infrage, die alle die Qualität haben, das Halbfinale zu erreichen“, sagte Biegler.

Keine Nervosität

Er selbst verspürt keine Nervosität vor dem Turnier - schließlich ist es bereits sein zehntes. WM, EM, Olympia - Biegler hat alles erlebt. „Ich bin sehr, sehr entspannt. Ich empfinde keine Drucksituation, auch wenn wir alle das Beste herausholen wollen. Es bringt ja auch nichts, wenn die Ladies ein ‚nervöses Hemd‘ um sich haben. Ich muss ihnen während der WM eine große Hilfe sein, und das kann ich nur in einem unaufgeregten Zustand“, sagte Biegler.

Nach der Endrunde wechselt er zurück in die Männer-Bundesliga, wo er den SC DHfK Leipzig übernimmt. Seinen Nachfolger Henk Groener hält er für eine gute Wahl, auch wenn er betont: „Generell glaube ich, man könnte aus der Mannschaft noch mehr herauskitzeln, wenn es eine Bundestrainerin gäbe. Natürlich bei gleicher Qualität, denn eine Quotenfrau brauchen wir nicht.“

Hoffnung auf Nachhaltigkeit

Bei der Heim-WM liegt es nun aber an ihm, das Maximale herauszuholen. Zum Abschied hofft Biegler, dass „die Ladies eine sehr erfolgreiche WM spielen, sich aber auch wohlfühlen und sie genießen können. Und dann wünsche ich mir, dass die WM nachhaltig wirkt für den Frauen-Handball. Darüber würde ich mich sehr freuen.“ Unabhängig vom Ausgang wird er die Ladies aber in bester Erinnerung behalten. „Ich möchte diese tolle Erfahrung überhaupt nicht missen und bin froh, dass ich sie machen durfte“, sagte Biegler. „Diese Zeit wird immer ein fester Bestandteil in meinem Handball-Leben bleiben.“

Von dpa

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