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Amadeu Antonio Preis geht an Kölner Kunstprojekt zum NSU

Eberswalde. Der Amadeu Antonio Preis für Menschenrechte und gegen Rassismus geht in diesem Jahr an den Kölner Verein Lückenlos. Der mit 3000 Euro dotierte Hauptpreis würdige damit das Kunstprojekt „Tribunal „NSU-Komplex auflösen““, teilten die Amadeu Antonio Stiftung und die Stadt Eberswalde (Barnim) am Dienstag mit. Der Preis war zum zweiten Mal ausgeschrieben und sollte am Abend in Eberswalde verliehen werden.

Amadeu Antonio Preis geht an Kölner Kunstprojekt zum NSU

Ein Band mit der Aufschrift „Tribunal NSU-Komplex auflösen“. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Das Tribunal-Netzwerk des Vereins ist mit mehr als 100 Aktivisten in sieben deutschen Städten unterwegs, um an Tatorten des rechtsextremen NSU mit Aktionen wie Umbenennung von Straßen und Kundgebungen den Blick auf die Betroffenen der Mordtaten zu lenken. Zu einem Tribunal im Mai 2017 in Köln mit Filmen, Theateraufführungen und Ausstellungen kamen mehr als 3000 Menschen.

„In Zeiten, da öffentliche rassistische Parolen wieder traurige Realität werden, brauchen wir engagierte Künstler, die daran erinnern, wie gefährlich es für uns alle ist, wenn Rechtsextremismus kleingeredet und Opfer zu Tätern gemacht werden“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Anetta Kahane.

Der Preis erinnert an den Angolaner Amadeu Antonio. Er gilt als eines der ersten Todesopfer rechter Gewalt nach der Wiedervereinigung. Im November 1990 wurde der 28 Jahre alte Gastarbeiter von Rechtsextremen zu Tode geprügelt.

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