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Das Sportporträt

Flaesheims Damen 60 setzen auf Erfahrung und Teamgeist

FLAESHEIM Die Damen 60 der Tennisabteilung von SuS Concordia Flaesheim haben in diesem Sommer erneut den Aufstieg in die Westfalenliga geschafft. Die Mannschaft hat dabei in der Verbandsliga kein einziges Match verloren und im Heimspiel gegen den TV Preußen Lünen die Meisterschaft perfekt gemacht. Ihr Erfolgsrezept: Teamgeist und jede Menge Erfahrung.

Flaesheims Damen 60 setzen auf Erfahrung und Teamgeist

Eingeschworenes Team: die Damen 60 von SuS Concordia Flaesheim mit (v.l.) Maria Bente, Marlies Brauner, Beate van Bevern, Brigitte Willner, Inge Emrath und Ulrike Schelbert. Nicht auf dem Bild ist Gertrud Aelken.

Für das Projekt Wiederaufstieg hatten sich die sportlichen Tennisdamen ein strammes Programm auferlegt und standen während der Saison zweimal die Woche zum Training auf dem Platz. Das sollte sich auszahlen, denn in der Aufstiegsrunde gelangen in fünf Spielen vier Siege und ein Unentschieden.

Mannschaftsführerin ist Beate van Bevern. Als Halterner „Poalbürgerin“ ist sie schon seit der Vereinsgründung 1975 in Flaesheim dabei. Zum Tennis kam sie durch eine Freundin und ist dann einfach „hängen geblieben“. Sie begann alleine ganz einfach mit Ball und Schläger, nahm aber später auch Trainerstunden. In Flaesheim hat sie schon in der „Poensgenmannschaft“ und bei den Jungseniorinnen gespielt. „Mannschaftsführerin“, sagt sie lächelnd, „bin ich nicht unbedingt wegen meiner Tennisqualitäten geworden, sondern weil ich diejenige bin, die sich am besten am Computer auskennt.“

Anfänge im Allgäu

Inge Emrath spielt im Team mit 65 Jahren aktuell an Position 1. Sie ist seit 1992 im Verein, begann aber schon vor rund 40 Jahren in Bad Wurzach, Allgäu, mit dem Tennisspiel. Sie sagt: „Das war damals nicht unbedingt so gewollt, hat sich aber ergeben.“ Sie hat auch gleich richtig mit Trainer begonnen und spielte schon bald in der Mannschaft. Eine weitere Leistungsträgerin ist die 66-jährige ehemalige OP-Schwester Maria Bente. Mit dem Tennissport fand sie schon früh einen Ausgleich zu ihrem fordernden Beruf und begann 1976, in der Halle Tennis zu spielen. 1978 wechselte sie in die Mannschaft nach Seppenrade. Als diese den Aufstieg in die Verbandsliga schaffte, wurde den Spielerinnen vom Vorstand mit roten Rosen gratuliert. Sie sagt: „Das fand ich damals ganz toll und habe es nie vergessen.“ Nach Flaesheim kam Bente 1997 und fühlt sich sehr wohl im Verein. Allerdings konnte sie in den letzten beiden Jahren wegen Verletzungen nur wenig spielen, ist jetzt aber wieder fit. Besonders spannend sind für sie die interessanten Spannungsfelder zwischen den ständig wechselnden Doppelpartnerinnen.

Gewisse Opferbereitschaft

Anfang der 90er-Jahre trat Brigitte Willner nach ihrem Umzug dem Verein bei. Damals suchte die Mannschaft noch eine Verstärkung für die Ersatzbank, doch mittlerweile ist sie eine geschätzte Stammspielerin. „Als Spielerin muss man auch eine gewisse Opferbereitschaft mitbringen“, sagt sie und erinnert dabei an ein Spiel im Münsterland, wo es so eisig kalt war, dass alle bis zum Abend in dicke Wolldecken gehüllt auf dem Platz waren. Unvergessen blieb für sie auch ihre allererste Trainerstunde. Ganz begeistert kam sie mit Ball und Schläger, um zu spielen, doch der Trainer machte ausschließlich Trockenübungen.

Mit 69 Jahren hat auch Ulrike Schelbert im Tennissport schon viel erlebt. Die ehemalige Lehrerin begann mit 18 Jahren beim Halterner TC und wurde mittlerweile dort schon für 50-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt. 2013 stieg sie wegen der passenden Altersklasse in Flaesheim ein. Für sie ist ein Jahr ohne Mannschaft ein unglückliches Jahr. Lebhaft in Erinnerung ist ihr ein Bezirksligaspiel des HTC. Nach langem Warten in Kälte und Regen wurde das Spiel abgebrochen. Als dann auf der Rückfahrt wieder die Sonne schien, drehte man kurzerhand um und forderte die verdutzten Gegner, die es sich schon bei Kaffee und Kuchen gemütlich machten, doch noch zum Spiel.

Seit sieben Jahren verfügt Schelbert auch über internationale Erfahrung und spielt bei weltweit ausgetragenen Airline-Turnieren im Mix und Doppel zusammen mit ihrer Schwester, die im Tennisteam der Lufthansa steht. Dort hatte Ulrike Schelbert zu Anfang einmal ausgeholfen und wurde danach als Mannschaftsspielerin übernommen. Nach Turnieren in Bangkok, Singapur und Sardinien steht in diesem Jahr noch ein Turnier in Portugal auf ihrem Spielplan.

Dornröschenschlaf

Marlies Brauner ist mit 70 Jahren die Älteste in der Mannschaft. Die ehemalige Notarangestellte begann ihre Tenniskarriere 1976 in Lembeck, wechselte 1984 zum HTC und ging dort als „Jungseniorin“ schon in den verdienten Ruhestand. Aus diesem „Dornröschenschlaf“ wurde sie 2010 aber wieder erweckt und trat als Ersatzspielerin in die Flaesheimer Mannschaft ein. Sie ist immer noch mit viel Begeisterung dabei und hat bis heute vor jedem Meisterschaftsspiel noch schlaflose Nächte. Im Spiel muss sie sich oft selbst bremsen: „Bei einem Einzel musste ich in der Pause ,wiederbelebt‘ werden und bekam fast keine Luft mehr. Da habe ich mich schon gefragt: ,Was mache ich hier eigentlich‘?“

So verschieden diese Spielerinnen auch sein mögen, die Chemie zwischen ihnen stimmt. „Die Stimmung in der Mannschaft passt“, sagt Beate van Bevern: „Das Verständnis untereinander ist sehr gut und wir machen uns auch keine Sorgen. Unser Ziel für die nächste Saison ist schon klar definiert: Wir wollen auf jeden Fall den Klassenerhalt schaffen.“ Vielleicht hilft dabei auch ein wenig die Spieltaktik, die schon Ihre Mutter verkündete: „Tennis ist ganz einfach, man muss den Ball nur dorthin spielen, wo keiner steht.“

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