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Rollstuhlbasketball

BSV Wulfen richtet ein Länderspiel aus

WULFEN Sportlich ein Höhepunkt, organisatorisch eine Aufgabe mit vielen Fallstricken: Der BSV Wulfen richtet am Samstag, 6. Juni, das Rollstuhlbasketball-Länderspiel der Herren zwischen Deutschland und Israel in der Wulfener Gesamtschulhalle aus.

BSV Wulfen richtet ein Länderspiel aus

Freuen sich auf das Länderspiel in Wulfen: Nationalspieler Andre Bienek aus Castrop-Rauxel, BSV-Vorsitzender Andreas Funke und Bundestrainer Nicolai Zeltinger (v.l.).

Ein Hotel für 24 Rollstuhl-Fahrer zu finden, kann doch nicht so schwer sein. Dachte sich auch der BSV-Vorsitzende Andreas Funke – und ist heute schlauer. „Wir mussten lange, lange suchen“, erzählt Funke, der schließlich in der Nachbarstadt Marl fündig wurde. Dabei sind die Ansprüche nicht einmal besonders hoch. „Das Hotel muss nicht barrierefrei sein, sondern nur zugänglich für Rollstühle. Von den Jungs kann jeder locker im Handstand ins Bad laufen“, sagt Bundestrainer Nicolai Zeltinger.

Auch für koscheres Essen für das israelische Team ist gesorgt: Ein Catering-Service aus Hamburg liefert unter strenger Kontrolle alle Mahlzeiten, per Dampfgarer werden diese zubereitet. Angesichts solcher organisatorischer Aufgaben sind die Gespräche mit dem Staatsschutz, die Funke in den vergangenen Tagen geführt hat, schon fast Lappalien. Denn für die israelische Delegation gilt natürlich eine erhöhte Sicherheitsstufe.

„Packender Sport“

Die Vorfreude auf das Spiel kann dieses Vorgeplänkel nicht trüben. Andreas Funke hat in den vergangenen Monaten seine ersten Rollstuhlbasketball-Spiele live in der Halle gesehen und war begeistert: „Packend, actionreich. Einfach toller Sport.“

Das Länderspiel ist Teil eines deutsch-israelischen Rollstuhlsportler-Austausches anlässlich des 50. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern. Für Zeltinger ist es aber auch ein wichtiger Test in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft im englischen Worcester, die Ende August beginnt.

Dort geht es für das deutsche Team nicht nur um den EM-Titel, sondern auch um die Qualifikation für die Paralympics 2016 in Rio. Dafür müsste mindestens Rang fünf herausspringen. Schon in der Vorrunde könnte es eng werden, denn Zeltingers Auswahl trifft unter anderem auf Gastgeber und Titelverteidiger England, den WM-Vierten Spanien und Rekord-Europameister Frankreich.

Große Leistungsdichte

„Die Leistungsdichte ist enorm groß. Bei einer EM kann fast alles passieren“, sagt Zeltinger, der sich freut, dass seine Spieler mittlerweile alle wieder in der Bundesliga spielen, die derzeit als beste Liga der Welt gilt.

Für zwei Akteure wird die Partie in Wulfen fast zu einem Heimspiel: Neben dem Schermbecker Björn Lohmann ist auch der Castrop-Rauxeler Andre Bienek ganz in der Nähe aufgewachsen. Er hofft, den Blick auf den Rollstuhl-Basketball verändern zu können: „Die Menschen sollen sehen, dass wir Hochleistungssportler sind, die eine Behinderung haben. Und keine Behinderten, die trotzdem etwas Sport treiben.“

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