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Konzerthaus Dortmund

Yamato zündet ein Rhythmusfeuerwerk

DORTMUND Wenn Yamato-Gründer Masa Ogawa die große, bierfassähnliche Trommel schlägt – die Odaiko – dann bebt der Boden im Saal. Dann geht die Musik in die Körper der Zuschauer über. Das Yamato-Ensemble vereint den traditionellen Zauber japanischer Trommelkunst, Taiko genannt, mit modernen Elementen. Im Dezember kommt es ins Dortmunder Konzerthaus.

Yamato  zündet ein Rhythmusfeuerwerk

Die Yamato-Trommler kehren zurück ins Konzerthaus Dortmund.

„Wir sind keine Konfettishow“, stellt Masa Ogawa vor einer Show in Amsterdam klar. Das Konfetti, das auf der Bühne liegt, ist durch die Vibration der Trommeln aus verborgenen Ecken hervorgeholt worden. Jetzt liegt es da, zwischen den traditionellen Instrumenten, die auf der ganzen Welt begeistern.

Mehr als 35 Trommeln

Die Shows, die Masa Ogawa kreiert, bewegen – weil der Beat körperlich spürbar ist. Bei den Shows kommen mehr als 35 verschiedene Trommeln zum Einsatz, sie sind teilweise mehr als 400 Jahre alt. Spitzenfrequenz der Trommler: 500 Schläge pro Minute. Um so rasant trommeln zu können, braucht es Übung und Disziplin.

In ihrer Heimatstadt Asuka beginnen die japanischen Trommler ihr Training jeden Tag um 6.30 Uhr mit einem Zehn-Kilometer-Lauf, dann werden Trommeln gestemmt, zwölf Kilo schwer.

Gemeinsam leben

Wichtig für Masa Ogawa, der Yamato 1993 gegründet hat ist, dass alle so viel wie möglich gemeinsam machen. Heißt: Gemeinsam essen, gemeinsam trainieren, gemeinsam proben, zur selben Zeit schlafen gehen und zur selben Zeit aufstehen. Das ist der „Weg der Taiko“.

So wachse laut Masa Ogawa das Verständnis füreinander, so werde die Truppe eins, so entstehe die Synchronität auf der Bühne. Jeder Yamato-Trommler verbringt im Jahr durchschnittlich 3600 Stunden mit Trommeln. Das sind bis zu zehn Stunden pro Tag.

Rund 200 Trommelstöcke gehen jedes Jahr zu Bruch

Nervt das manchmal? „Nein“, sagt Trommler Gen Hidaka. „Ja“, sagt Masa Ogawa. Die Trommelstöcke fertigen die Künstler selbst an, rund 200 Exemplare fallen dem kraftvollen Trommelspiel jährlich zum Opfer.

Alle zwei Jahre kreiert Masa Ogawa eine neue Show. Sein neustes Werk, mit dem er als Silvesterbespielung ins Konzerthaus Dortmund kommt, hat er Chousensha, die Herausforderer, genannt. Der künstlerische Leiter erzählt, dass er vor zwei Jahren ans Aufhören gedacht habe, weil er sich zu alt fühlte.

Zu bleiben und mit der jüngeren Generation zu harmonieren – das war seine Herausforderung. Das ist der Impuls der Show. Für die Trommler ist es wichtig, die Tradition der asiatischen Trommelkunst mit dem kraftvollen Pulsschlag des modernen Japan zu verbinden. Es ist Vielfalt, die sie schätzen.

Kämpferisch

Mit geschwellter Brust stoßen die Trommler Schreie aus, wirken kämpferisch, wie Krieger des Klangs. Im nächsten Moment werfen sie sich Klänge wie Bälle zu, bringen das Publikum zum Lachen, bevor sie es zum Klatschen animieren, im Takt der Trommeln.

Dann wieder drehen sich die Künstler wie Derwische mit ihren Trommeln, bevor sie ganz leise werden. Es ist, als fielen Regentropfen auf die Trommeln.

Kostüme vom Designer

Manch einer staunt, wie kurzweilig und facettenreich diese Show ist, die nicht nur, aber zum großen Teil von Trommelklängen lebt. Auffallend: die farbenprächtigen Kostüme der Trommler. Die hat Masa Ogawa mit dem gefeierten japanischen Designer Kansai Yamamoto entworfen, der schon Stars wie David Bowie inspiriert hat.

Masa Ogawa habe es gewagt, den Designer – den er sehr bewundere – zum 20-Jährigen Yamato-Bestehen 2013 zu fragen, ob er T-Shirts für seine Truppe designen könnte. „Dann habe ich ihm viel über Taiko, über die japanische Trommelkunst erzählt – und plötzlich entwickelte er diese Kostüm-Idee im Kopf.“ Die Umsetzung ist im Dezember in Dortmund zu sehen, wenn der Taiko-Beat das Konzerthaus beben lässt.

Termine Yamato im Konzerthaus Dortmund:

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