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Konzerthaus Dortmund

Publikums-Jubel beflügelt Dirigenten Yannick Nézet-Séguin

Dortmund. Dirigent Yannick Nézet-Séguin war lange Exklusiv-Künstler im Konzerthaus. Dadurch haben ihn die Dortmunder lieben gelernt. Entsprechend emotional war sein Tourstart mit dem Orchestre Métropolitain de Montréal dort.

Publikums-Jubel beflügelt  Dirigenten Yannick Nézet-Séguin

Marie-Nicole Lemieux sang im Konzert von Yannick Nézet-Séguin im Konzerthaus Dortmund Berlioz. Foto goupil Foto: Francois Goupil

Es war eine sichere Bank für Dirigent Yannick Nézet-Séguin, am Sonntag die erste Tournee seines Orchestre Métropolitain de Montréal außerhalb von Kanada im Konzerthaus Dortmund zu starten. Da, wo das Publikum den Dirigenten liebt wie kaum einen anderen Pultstar und so begeisterungsfähig ist wie in keinem anderen Konzerthaus.

Der Franko-Kanadier war stolz auf sein Orchester

Der 42-jährige Franko-Kanadier war sichtlich stolz auf sein erst vor 36 Jahren gegründetes Orchester, aus dem er seit 2000 einen guten Klangkörper geformt hat, auf eine Sängerin aus seiner Heimat, die großartige Altistin Marie-Nicole Lemieux, und die kanadische Musik, mit der er das Konzert eröffnete.

Das dritte Klavierkonzert von Rachmaninow, von Musikern „Rach 3“ genannt, gilt als eines der schwersten Werke der Gattung. Bis zu hundert Töne pro Sekunde (davon einige in Akkorden) muss der Solist im Finale spielen. Nikolai Tokarev ist Spezialist für Virtuosen-Literatur und sitzt in Xin Peng Wangs Ballett „Rachmaninow/Tschaikowsky“ im Dortmunder Opernhaus noch vier Mal als Solist mit den Tänzern auf der Bühne. Julia Gaß sprach mit dem 34-jährigen Russen.mehr...

Das 1948 von Pierre Mercure komponierte „Kaléidoscope“ ist in Kanada Nationalmusik, in Europa eine Rarität. In der Tradition von Milhaud dirigierte Nézet-Séguin das (nicht überraschend) höchst farbige Werk.

Die sechs Orchesterlieder waren ein Ereignis

Das Ereignis des Konzerts waren jedoch die sechs Orchesterlieder „Les nuits d’été“ von Berlioz. So ausdrucksstark und berührend, so schwermütig und mit weicher, in sich ruhender Nobelstimme wie Marie-Nicole Lemieux singen wenige diese Lieder vom Tod, die den Totensonntag auf sehr besondere Weise würdigten.

Ebenso eindrucksvoll spielte der Franzose Jean-Guihen Queyras das Cellokonzert von Saint-Saens. Mit genau der richtigen Mischung aus impulsiver Virtuosität und elegantem, sanglichen Ton.

Tour für in fünf weitere Städte

Konzentrierter als sein Philadelphia- oder Rotterdam-Orchester musste Nézet-Séguin die 75 Musiker aus Montreal dirigieren. Dann aber hörte das Publikum in Elgars Enigma-Variationen, in denen die Stimmgruppen des Orchesters der Solist sind, satte, runde Klänge. Mit Orchestern wie dem Mahler Chamber Orchestra können die Montrealer mit diesem Dirigenten mithalten.

Nézet-Séguin ließ seinen Taktstock in Dortmund

Ravels „Pavane“ gab es als Zugabe. Die Tour (mit zwei Programmen) führt bis Sonntag in fünf weitere Städte: Köln, Amsterdam, Rotterdam, Hamburg und Paris. Seinen Taktstock ließ Nézet-Séguin in Dortmund, als Geschenk an Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Am 17. Dezember kommt er mit seinen Rotterdamern zurück nach Dortmund. Und am 16. Juni dirigiert er das Abschiedskonzert für Intendant Benedikt Stampa.

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